Palmen Vor dem Abflug


Vor dem Abflug

Wie hin und weg?

Fliegen

Charterflüge auf die kleinen Antillen sind von deutschen Anbietern nicht wesentlich billiger als Linie. Das ist ganz anders für Flüge in die Dominikanische Republik, Costa Rica und u.U. Jamaika. Da gibt es zum Teil tolle Angebote, die mit Hotel billiger sind, als der normale Flug. Allerdings ist die Zeit zum Bleiben selten länger als zwei bis drei Wochen. Von dort kann man sich auf jede andere Insel begeben. (Was man aber vorher klären sollte, es ist nicht immer ganz einfach; manche Leute sind schon ganz schön weit rumgeflogen, um dahin zu kommen wo sie wollten: z.B. D - Antigua - London - Barbados.)

Für die französischen Antillen bieten französische Reisebüros immer wieder Billig-Tickets an. Hier lohnt es sich wirklich nachzusehen, man kann z.T. zum halben Air France Preis fliegen. Das geht dann halt ab Paris oder anderen französischen Städten. Sie werden auch mit allen möglichen Sonderkonditionen angeboten, so z.B. Open End und erhöhtes Gepäckvolumen.

Es gibt kaum deutsche Direktflüge, alles läuft über Frankreich und besonders Paris. Der Vorteil beim Flug über Paris ist, daß innerhalb Europas Gabelflüge möglich sind. Das heißt, daß man von einem Ort zum Ziel losfliegt, beim Rückflug aber ganz woanders landet. (Freiwillig, weil man da was tun will.) Also z.B. Start in München, Ankunft nach Rückflug in Düsseldorf. Air France ist da sehr frei und einfach. Man zahlt keine erhöhten Gebühren. (Die Flugpreise für Hin- und Rückflug von beiden Flughäfen werden addiert und dann durch zwei geteilt. Es gibt drei Preiszonen in Deutschland, je nach Distanz zu Paris.) Das bieten die kleineren und billigeren Gesellschaften nicht unbedingt an. Da man aber in Paris am Flughafen ziemlich lange Aufenthalt hat, wenn man in Deutschland abfliegt, ist es relativ egal ob man mit Bahn oder Flugzeug kommt, auch das Gepäck muß man so und so schleppen. Vom Bahnhof in der Innenstadt gehen auch die RER Züge zum Flughafen, so daß man schnell am Flughafen ist.

Flughafenwechsel in Paris:

Für internationale Flüge ist Charles-de-Gaulle zuständig, für nationale Flüge Orly. Obwohl man um die halbe Erde fliegt, ist der Flug auf die französischen Antillen ein Inlandsflug. (sic!) Man kann das Hauptgepäck nicht direkt durchchecken. Das heißt, man muß sein Gepäck selbst vom einen zum anderen Flughafen schleppen. Dafür gibt es z.B. den Air-France-Transferbus oder die Metro/RER. Die Aufenthalte in Paris sind bei Air France Flügen ziemlich lang, etwa vier bis acht Stunden. In die Stadt braucht man etwas über eine halbe Stunde, für die ganze Strecke zwischen den Flughäfen etwa 50 min.

Der Air-France-Bus fährt vom Flughafen Charles-de-Gaulle, Ausgang 12 ab und kostet 64 F. Aussteigen Orly Ouest (zweiter Stopp). Er fährt von 6 - 23 Uhr alle 20 min. Die Hinweisschilder sind nicht zu übersehen.

Die RER, Linie B (blau), kostet ca. 67 F. Mit der RER fährt man mitten durch Paris, ein kleiner Abstecher ist also drin. Fahr- und Übersichtspläne gibt es bei der Aufsicht an den Ticketautomaten. Man fährt Richtung St. Rémy-les-Chevreuse (B4), nicht Richtung Robinson (B2), die biegt vorher ab. Aus- und umsteigen Antony, dann bis Orly Ouest. Anders rum: RER Linie B3 (Charles-de-Gaulle), nicht B5 (Mittry-Claye).

Auf beiden Flughäfen gibt es alles, was man braucht, besonders Geldautomaten für Euro- und Visakarten. Die Gepäckschalter zum Einchecken öffnen erst etwa zwei Stunden vor Abflug, und sie schließen etwa ein halbe bis dreiviertel Stunde vor dem Abflug. Sicherheitschecks gehen schnell. Man kann sich beim Flughafenwechsel Zeit lassen, man hockt eh' nur auf seinem Gepäck.

Achtung: Auf den Strecken von und zum Flughafen setzt die Metro/RER sehr gerne Kontrolleure ein, die auch noch ein verblüffend gutes Englisch, teilweise sogar Deutsch sprechen. Die wollen die Strafe fürs Schwarzfahren in bar, sofort und nehmen auch ausländisches Geld (DM oder US$). Wenn man keines hat, muß man einen Ausweis mit Adresse herzeigen und wird aufgeschrieben. Bei deutschen Führerscheinen sind dabei Mißverständnisse möglich: Sie halten die Adresse der ausstellenden Behörde für die Adresse des schnöden Schwarzfahrers. Ich kenne keinen, dem die Strafe nach Hause nachgesendet wurde. Das ist im Prinzip aber möglich.

Alle folgenden Angaben sind Stand Sommer 95. Die französischen Fluggesellschaften haben eine Art Ampelsystem für die Preise: Im Flugplan ist ein Kalender mit roten, gelben und grünen Tagen abgedruckt. Damit wird die mittlere Auslastung wie bei einer Ampel dargestellt. Rot ist Hochsaison und am teuersten, Grün ist am billigsten. Die Daten sind bei jeder Fluggesellschaft anders. Grob gilt für die Antillen: Rot ist um Weihnachten, 1.-5 Januar und ab Ende Juni bis Mitte Juli. Es gibt Mischstufen, d.h. Preise für Flüge, an denen z.B. der Hinflug rot, der Rückflug aber grün ist. Dann gibt es noch massenhaft Ermäßigungen für Studenten, Jugendliche, Senioren und damit der Wirrwarr noch größer wird Vielfliegerkarten.

Air France

fliegt täglich mehrmals nach Guadeloupe und einmal nach Martinique. Die meisten Flüge gehen via Paris. Es gibt einen Flug pro Woche ab Lyon, zwei ab Marseille, einen ab Toulouse. Ab Paris kosteten in der Saison '95 die Rückflüge in der billigsten Zeit (grün) etwa 4000 F, gelb 5500 F, rot 7200 F (letzteres Ticket ist nur 45 Tage gültig). Es gibt die üblichen Ermäßigungen, für Alte und Junge. Einfache Flüge möglich. Die Studentenkarte für 100 F bis 26 Jahre erlaubt 50 kg Gepäck und ein Fahrrad oder Surfboard.

Air France: Pointe-à-Pitre 82.60.00, Raizet/Flughafen 82.62.77, Minitel 3615 AF. Martinique, Lamentin: 55.33.33, Informationen: 36.68.29.72 (Festlandsnummer!)

Air Liberté

Der Monopolbrecher hat Air France mit seinen Billigpreisen und Freundlichkeit beim Übergepäck ganz schön schwer zu schaffen gemacht. Mittlerweile ist der Kampf beendet, beide Gesellschaften ruhen sich auf ihren Lorbeeren aus. Pointe-à-Pitre 93.08.58. Martinique: 42.18.34 oder 42.18.35

Lufthansa

bietet Flüge an, ist aber viel zu teuer. Es gibt von L-Tours ein Flugzeug Frankfurt-Antigua-Guadeloupe.

AOM French Airlines

fliegt von Paris-Orly, Lyon und Marseille nach St. Martin, Pointe-à-Pitre (Guadeloupe) und Fort-de-France. Da das deutsche Normalreisebüro AOM nicht in seinem Computer hat, ist es sinnvoll, sich einen Prospekt schicken zu lassen, vor allem wenn man nicht zur Hauptreisezeit fliegt. Rot (Hochsaison) ist von 20.-26. Dezember, 1.-5.- Januar und ab 23. Juni bis Mitte Juli. Da ist es am teuersten. An den billigen grünen Tagen kostet der billigste Rückflug (Touristenklasse), egal wohin auf den Antillen, etwa 4000 F, an den gelben 5500 F und an den roten 8100 F. AOM hat in allen größeren französischen Städten Filialen. Hier eine Auswahl an Adressen:

F: AOM, Strategic Orly 108, 13/15 Rue du Pont des Halles, 94526 Rungis Cedex 0033/1/49791234 oder 0033/1/49754712 oder 0033/1/49756212 fax: 0033/1/49791016; Minitel 3615 AOM

Schweiz: Air Promotion AG, Niederdorfstr. 63, 8625 Zürich, 12.61.18.17

Martinique: AOM, 26, Rue Ernest-Deproge, 97200 Fort-de-France, 70.09.16 fax: 70.09.19; Flughafen Lamentin: 51.74.85 ( 42.16.21 oder 42.16.22)

Guadeloupe: 35, Rue Boisneuf, 97110 Pointe-à-Pitre 83.12.12 fax 91.20.10; Flughafen Raizet 82.93.71

St. Martin: Les Portes de St. Martin, Bellevue, 97150 Marigot, 29.25.25 fax 29.25.26

Nouvelles Frontières

Fliegt ab Paris und ist hervorhebenswert, weil ziemlich billig und flexibel. Der französische Ferienflieger. Wieder das schon erläuterte Ampel-Kalender-System. Grün/Grün 2960 F, gelb/gelb 4380 F, rot/rot 5440 F. Es gibt einfache Flüge und offene Rückflüge (+200 F). Flüge am Wochenende kosten immer 100 F mehr, Sicherheitsgebühr um 75 F. Pakete und Pauschalreisen.

Sie bieten oft auch Sonderflüge an, die sich an französisches Publikum richten, z.B. zum Ferienbeginn; hin 27.-29.7, Rück 5.-7.9., 2430 F

Nach meinen Ermittlungen die billigste Variante ab Paris. Paris 0033/1/ 43.73.10.64 oder 42.66.92.00 (Ansage) Minitel 3615 nf

Martinique: Ecke Rue Schoelcher/Lamartine, 97200 Fort-de-France, 70.59.70 fax 60.00.91

Guadeloupe: 15, Rue Achille René-Boisneuf, 97110 Pointe-à-Pitre 90.36.36 fax 91.63.64 und ein weiteres Büro in 28, Rue Delegrès, Pointe-à-Pitre; Flughafen Raizet 83.71.71

St. Martin: Le Village- 15, Rue du Général de Gaulle, 97150 Marigot 87.27.79 fax 87.27.80

Air Guadeloupe

fliegt nach Martinique, Dominika und Guadeloupe (sowie von dort auf sämtliche Dependancen). Die meisten Flüge sind täglich, teils mehrmals. Reservierungen 82.47.00 (Guadeloupe/Le Raizet) oder 82.28.35. Martinique, Lamentin 42.16.70 oder 42.16.71.

Air St. Barthélémy

fliegt von - wer hätte es gedacht - St. Barthélémy nach Guadeloupe, 12 mal pro Woche. 91.74.69 (Pointe-à-Pitre) oder 91.44.76 (Raizet) 27.71.90 (St. Barth)

CASM CIE Airienne

(was für'n Name!) fliegt sieben Flüge von Basse-Terre, St. Barth, St. Martin pro Woche. 81.09.25 (Basse-Terre) 27.79.79 (St. Barth) 87.21.73 (St. Martin)

Air Martinique

verbindet Martinique mit Guadeloupe, Saint-Martin, St. Vincent und den Grenadinen, St. Luce, Barbados und fliegt 2-3 mal pro Woche nach Paris. 57, Rue Pierre-Charron, 75008 Paris 0033/1/42.56.21.00; Lamentin/Martinique 51.51.51 (51.08.09 oder 42.16.60), Büro Fort-de-France 51.09.90

Air Caraïbes

hat Flugzeuge mit 7 bis 19 Plätzen und fliegt von Guadeloupe und Martinique hauptsächlich zu den Grenadinen. Martinique/Lamentin 51.17.27 fax 51.39.04; Guadeloupe/Le Raizet 82.12.25 fax 83.54.66; St. Barthélémy/Gustavia 27.99.42

Air St. Martin

Fliegt in der Karibik rum, vor allem St. Martin. Guadeloupe/Abymes 82.96.63; Marigot/St. Martin 87.25.42 dito: Winnair Pointe-à-Pitre 83.89.06

Nouvelle Liberté

Chartert Flieger anderer Gesellschaften und fliegt damit 2-4 mal pro Woche Bordeaux, Nantes, Paris an. Paris 0033/1/42.73.10.64, Flughafen Raizet 26.80.98 oder 93.08.58 oder 93.58.59 fax 26.64.02

Sonst?

Der Markt ist hart umkämpft, es gibt manchmal richtige Schnäppchen. Viele der kleinen Anbieter oder Chartergesellschaften wie Nouvelles Frontières bieten auch Pakete an, die z.T. ganz interessant sind. Hier ein paar weitere Anbieter: Go Voyages Minitel 3615 Go Voyages, Jumbo-Charter: Minitel 3615 jumbo; Soldair: Minitel 3615 soldair Paris 0033/1/49.23.26.28; SOS Charters Paris 0033/1/49.59.09.09; Forum Voyages Paris 0033/1/47.27.77.07.

Nach Martinique fliegen auch noch Corsair, American Airlines und Liat.

Schiff

Kreuzfahrer, Yachten und Frachter

Da die Inseln stark abhängig von Importen sind, gibt es viele Frachtschiff Verbindungen, vor allem zum Mutterland Frankreich. Sie nehmen teils Passagiere mit, sind aber teurer als der Flug. Genannt seien nur die Bananendampfer der Compagnie Générale Maritime (CGM). Zielhäfen sind hauptsächlich Bordeaux, Rouen und Le Havre, im Prinzip kann man aber von allen großen europäischen Häfen so eine Reise antreten. Die Überfahrt dauert etwas länger als eine Woche und kostet einfach um die 6000 F. Verblüffenderweise gibt es auf den Frachtschiffen auch ein Schwimmbad, Bibliothek und andere Annehmlichkeiten. Leute, die diese Reise gemacht haben, sind hin & weg. Das Essen soll gut sein, die Matrosen ausgesprochen nett. Captains-Dinner sei der Normalfall. Alle Frachter sollen ein Sateliten-Telefon für die Verbindung nach Hause haben. Kein Frachter hat Stabilisatoren, die den Wellengang ausgleichen. Landgänger sind länger, weil meist das Schiff ent- und beladen wird. Die Tickets und Infos gibt's über Agenturen, z.B. Sotramat Voyages, 12 Rue Godot-de-Moroy, 75009 Paris 0033/1/49.24.24.00; Transat Antilles Voyages, Quai Lefevre, Pointe-à-Pitre/Guadeloupe, 83.04.43 oder 82.95.74

Eine Liste der Agenturen sollte man auch bei der CGM selbst bekommen: Paris, CGM, 22, Quai Galliéni, 92158 Sursenes Cédex 0033/1?/46.25.70.00 fax 0033/1?/46.25.78.05; Guadeloupe Agence CGM, Extrémité Voie Principale, B.P. 92, Z.I. Jarry, 97100 Pointe-à-Pitre, 0033/590/26.72.39 telex 0033/590/91.98.80; Martinique Représentation Générale, 8, Bvd. de Gaulle, B.P. 574, 97206 Fort-de-France 0033/596/55.32.00 telex 0033/596/91.20.49 oder 91.26.10

Fähren

Es gibt viele Fähren zwischen den Inseln. Sie sind billiger als Fliegen und haben einen eigenen Reiz: Man sitzt zwar länger drauf, hat aber sehr oft einen schönen Blick auf die Inseln und kann die Mitreisenden angucken. Bei längeren Fahrten (selten) ist es ratsam, Proviant mitzunehmen, wenigstens genügend Wasser, denn auf den Schiffen ist es nicht billiger. Oft gibt es nur labberige Sandwiches und Spülwasser-Kaffee.

Zum Thema "Kolumbus entdeckte": Scharfe Augen brauchte er bei den Inseln wirklich nicht, sie liegen alle recht nahe nebeneinander, an klaren Tagen sieht man von der einen Insel die Küste der nächsten Insel. Und auch wenn man sie nicht sieht: Es stehen immer Wolken über den Inseln, unfehlbar.

Achtung: Beim Fährverkehr zwischen den französischen Inseln findet eine Polizeikontrolle statt, bei der man auch alle Wagenpapiere braucht, sonst kann es passieren, daß sie einen nicht transportieren. Da die Kontrolle oft von einer Art Hilfssheriff durchgeführt wird, der Angestellter der Fährgesellschaft ist, ist sie besonders ekelhaft. Man hat eswieder einmal mit einem kleinen Arschloch zu tun. Nicht aufregen, er muß den Polizisten fragen, bevor er einen da lassen darf. Der Polizist ist meist gelassener.

Mit einem Mietwagen braucht man die vorherige schriftliche Erlaubnis zum Übersetzen. Dringend schon bei Beginn der Miete vor dem Zahlen besorgen, sonst wartet man hundert Jahre einsam drauf. Ohne bleibt man sicher auf der Insel.

Für den Kauf der Tickets braucht man Paß oder Personalausweis.

Brudey-Fähren

Martinique, Guadeloupe und Dominika sind durch die Brudey-Fähren verbunden. Sie transportieren auch Autos zwischen Guadeloupe und Martinique. Die einfache Passage Martinique - Guadeloupe kostet 304 F, Rückfahrt 418 F. Guadeloupe - Dominika einfach 275 F, Rückfahrt 400 F. Dazu kommen noch Hafensteuern, etwa 9 US$ (30 F) in unterschiedlicher Höhe, je nach Hafen. Es gibt für den üblichen Personenkreis Ermäßigungen, für Studenten aber nur, wenn sie auf den Antillen immatrikuliert sind. (Ausprobieren! Es geht manchmal eben doch. Da es auch eine Ermäßigung für rechtzeitige Anmeldung gibt (mehr als 72 Stunden vor Abfahrt), man aber nur einmal eine Ermäßigung bekommt, kann man sich's gleich etwas früher überlegen.) Motorrad kostet einfach 250 F, Rückfahrt 400 F. Auto 522/794 F. Fahrräder und Mofas können auch nach Dominika mitgenommen werden. Abfahrt Guadeloupe täglich außer Donnerstag, meist morgens. Di und Mi erst 14 Uhr. Abfahrt Martinique täglich außer Montag, meist gegen Nachmittag, Di und Mi morgens. Abfahrt Dominika Richtung Fort-de-France, Martinique Fr und Sa; Richtung Guadeloupe Sa und So. Tickets gibt's bei vielen Reisebüros. Die Fahrt zwischen Martinique und Guadeloupe dauert etwa 4 Stunden. Derweil kann man sich die Zeit mit schlechten Videofilmen oder rausguckend vertreiben. Wer mit der Brudey-Fähre nach Guadeloupe übergesetzt ist, bekommt für Fahrten zu den Dependancen mit derselben Firma 20% Rabatt.

Adressen T-Maritimes Brudey Fréres:

Guadeloupe: Centre St-John Perse, 97110 Pointe-à-Pitre 590/91.60.87; Darse de Pointe-à-Pitre, 97110 Pointe-à-Pitre 590/90.04.48

Martinique: 108, Rue Victor Hugo, 97200 Fort-de-France 596/70.08.50

Dominika: Trois Pitons Travel, 5 Gt Marlborough Street, Roseau Domenica 809/4486977 (von den frz. Antillen aus)

l'Express des Iles

Martinique, Guadeloupe, Les Saintes, St. Luce und Dominika sind über l'Express des Iles verbunden, allerdings ohne Autotransport. Martinique - Guadeloupe täglich morgens, manchmal sogar zwei Fähren. Die anderen Inseln werden wenigstens einmal pro Woche angelaufen, Dominika als Zwischenstation öfter. Martinique - Guadeloupe 315 F/450 F, Dominika und Les Saintes von Martinique oder Guadeloupe 305 F/450 F. Zwischenstopp auf Dominika oder Les Saintes ist bei der einfachen Fahrt möglich. Die üblichen Ermäßigungen. Tickets, die auf Dominika gekauft werden, sind in EC$ zu zahlen und billiger.

Der Express hat die schnellsten und modernsten Fähren, die im Verkehr zwischen den Inseln eingesetzt werden.

Adressen L'Express des Iles

Guadeloupe: Gare Maritime, Quai Gatine, 97110 Pointe-à-Pitre, 83.12.45 fax 91.11.05

Martinique: Terminal Inter Iles, Quai Ouest, 97200 Fort-de-France 63.12.11 fax 63.34.47

Dominika: HHV Whitchurch and Co Ltd. 809/4482181

St. Luce: Cox and Co Ltd. 4522211

Paris: Vertretung durch Nouvelles Frontières (siehe oben Informationen)

Caribbean Express

Caribbean Express fährt nach Guadeloupe und Dominika 60.12.38 oder 63.12.11; 18, Rue Ernest Deproge, Fort-de-France.

Sonst?

Wer Zeit und Lust hat, sollte ruhig mal am Hafen oder besser einer Marina (Segelhafen) nach einem Boot fragen, das ihn mitnimmt. Die Chancen sind nicht schlecht. Es wird zwar nicht unbedingt billiger als die Fähre, aber vielleicht interessanter. In den großen Marinas ist es fast unmöglich, in den umliegenden Pizzerias etc. keine Segler kennenzulernen. Da offenbar Segelboote besonders geeignete Plätze für zwischenmenschliche Katastrophen sind, wird oft ein neues Crew-Mitglied gebraucht. Über Segelzeitschriften oder Yachtclubs lassen sich auch Passagen von Europa aus finden.

Auf Martinique kann man ab Grand-Rivière mit Sicherheit Fischer finden, die mal nach Dominika fahren.

Einpacken & Vorbereitung

Was mitnehmen?

Gepäck nach Gusto. Nicht zu viel, die Fluggesellschaften sind beim Übergepäck eklig. Auf dem Schiff ist es egal.

Sonnenbrille, Sonnenhut, Sonnencreme sind ein absolutes Muß. Die verkauften Sonnenhüte sehen ziemlich doof aus, die Brillen sind teuer oder Schrott.

Regenjacke oder (besser und) Regenschirm sind ebenfalls unentbehrlich. Es regnet oft, auch im Winter, wenn eigentlich Trockenzeit ist. Dafür regnet es meist nur kurz. Das hilft aber gar nichts, denn es kommt plötzlich, und ohne Schirm ist man in wenigen Minuten völlig durchweicht. Ein Regenschirm als Sonnenschutz ist üblich und praktisch. In den Städten gibt es aber genügend regensichere Unterstände, die zum Plausch einladen.

Taucherbrille, Schnorchel und Flossen. Erstens ist die Karibik ein große Aquarium, zweitens ist es sehr teuer, die Dinger zu leihen. Ein billiges Set kann man zur Not allerdings in den Supermärkten für ca. 50 F erstehen, wenn man etwas schaut. Wer Tauchen will, sollte unter Tauchen - oder unter Wasser - nachsehen. Wer nicht, auch. Es ist toll!!!

Bücher! Man wartet überall und immer ewig. Deutsche Bücher gibt es nicht oder nur gegen Gold aufgewogen. Einige gute Taschenbücher helfen weit. Am Ende der Reisekasse kann man sie an andere Touristen zu erstaunlichen Preisen verkaufen, denn deutsche Bücher gibt es wirklich fast nirgends. (Bibliotheken in Touristenorten haben oft was, z.B. Marin/Martinique.) In Buchläden ist in deutscher Sprache nur Mist zu bekommen, in englischer Sprache geht's einigermaßen, toll ist die Auswahl nicht.

Ein billiges und leichtes Moskitonetz (ohne Rahmen und aus Baumwolle) spart viele Nerven. Lochweite 1 mm. Die Mücken (kreolisch yen-yen) sind nicht allzu übel, aber sie stören halt doch. Außerdem gibt es statt Malaria eine andere unangenehme Krankheit, die durch Mücken übertragen wird: Dengue (siehe Gesundheit). Die vor Ort verkauften Netze sind schwer, teuer, aus Plastik und grauenhaft bunt. Übrigens: Die Anti-Räucherspiralen werden überall sehr billig verkauft. Sie wirken passabel, auch draußen. Stinkt halt. (Französische Firmen ca. 10 F für 10 Spiralen; alle wirken gleich, bei der hohen Luftfeuchtigkeit werden die Spiralen auch kaum bröselig, so daß man die billigsten nehmen kann.)

Wanderschuhe. Leichte Wanderschuhe oder Treckingschuhe sind am besten. Die alpenländischen Zweifachgenähten werden schnell zu schwer. Im Urwald ist oranger, stark färbender, glitschiger Lehmboden. Wurzeln, regennasse Lavabrocken und kleine Flüßchen laden ein zum verstauchten Knöchel oder unfreiwilligen Bad. Man ist zwar auch mit guten Schuhen nicht sicher vor dem Fall, aber es kommt seltener vor, und man schaut nach der Wanderung nicht völlig versifft aus. Und die Wanderungen sollte man sich keinesfalls entgehen lassen.

Ohrenstöpsel. Kann man zwar überall kaufen, braucht man aber bestimmt und sie wiegen nix. Wegen der Tropenfenster hilft das europäische Fenster-zu-machen nicht. Selbst im ruhigen Hotelzimmer hat man die eigene Klimaanlage oder die des Nachbarn im Ohr. Die Tropen sind auch ein Kaleidoskop für die Ohren.

Es erleichtert im Fall der Fälle einiges, wenn man Kopien von Paß und Flugticket hat. Zum einen hat man die für das Konsulat nötigen Informationen, zum anderen ist man kein Nobody mehr und wird besser behandelt. Gerade bei Flugtickets ist die Chance, daß man kurz vor Torschluß auch mit der Kopie noch mitfliegen darf, sehr hoch. Ohne steht man sicher draußen vor der Türe.

Wenn man eine Kreditkarte mitnimmt, ist es sinnvoll, auch die Fax-Nummer der Bank dabei zu haben. Manchmal streiken die Magnetstreifen, manchmal die Banken. Auch die Kreditlimits vorher klären. Eurocard hat verdammte Probleme mit dem Service auf den französischen Antillen. Visa hat keinen Service.

Kleidung

Leicht, es ist heiß. Lange Hosenbeine und der Verzicht auf Strandkleidung beim Einkauf schaffen einen erfreulichen Kontrast zu den Resttouristen und sparen enorme Mengen von Sonnencreme und Nerverei.

Man sollte beim Einpacken auch daran denken, daß viele Möglichkeiten bestehen Sport, natürlich vor allem Wassersport, zu treiben. Wer wandern will (und das sollte sich jeder sehr gut überlegen, denn es ist sehr sehr toll), der sollte die passenden Schuhe und was man sonst so braucht mitnehmen.

Ein Erkennungszeichen für Touristen ist, neben dem allgemein als ziemlich lustig empfundenen Verhalten, der kleine Day-Pack geworden. Die Fotoapparate werden nicht mehr so häufig als Bauchschmuck verwendet. Sie sind offenbar kleiner geworden; die Apparate! Einen Pulli habe ich nicht gebraucht, ein Sweatshirt reicht, abhängig von der Jahreszeit, in der man wieder in Europa ankommt. Wie gesagt: Eine Regenjacke ist fein, wenn man sich ungehemmt fortbewegen will.

Offenbar ist man eher formell als bei uns. Einkaufen im Bikini ist ein nono; - bei uns nicht? Wenigstens T-Shirt und Bermuda Shorts sind nötig. Manche (besseren) Restaurants verlangen wenigstens ein Jackett, in Kasinos ist große Abendrobe angesagt. Sie sind konsequent, und es ist etwas peinlich für den Herrn Obermacker, wenn er sich von einem Angestellten auf die korrekte Etikette hinweisen lassen muß. Die Fliege zum Smoking ist besser als jede Krawatte.

Die falsche Kleidung bemerkt man daran, daß man wegen Nichtigkeiten Ärger hat, die richtige, daß Sachen gehen, die sonst nicht laufen. Türsteher bei Diskotheken spinnen im normalen Umfang. Die Leute selbst achten sehr auf saubere (!!!) und ordentliche Kleidung. Ungepflegte Haare sind auch nicht besonders gerne gesehen, wobei die Länge keine Rolle spielt. Wer netten und interessanten Kontakt zu den Leuten haben will, sollte das nicht vergessen.

Gesundheitsvorsorge und Impfen

Eigentlich ist Reisen in den kleinen Antillen gesundheitlich ziemlich unbedenklich. Weder gibt es Malaria, noch Pflichtimpfungen. Martinique und Guadeloupe ragen nochmal positiv aus den übrigen Inseln herraus, hier ist Reisen gesundheitlich fast völlig unbedenklich. Nebenbei: Es gibt amerikanische Reiseführer, die für Reisen nach Europa mehr Gesundheitsvorsorge, besonders Impfungen, empfehlen als für die Karibik.

Trotzdem: Kranksein ist übel. Kranksein und reisen ist noch übler und obendrein teuer. Es ist aber -wenigstens teilweise - vermeidbar. Die gesamte Karibik liegt in den Tropen und dort gibt es andere und zum Teil sehr viel gefährlichere Krankheiten als in Europa und Nordamerika. Dazu kommt noch eine gesteigerte Belastung des Körpers durch die Reise und durch die Konfrontation mit an sich harmlosen Krankheitserregern. Das Risiko ist von Insel zu Insel sehr unterschiedlich. Vor allem die großen Inseln (Haiti!) und Venezuela sind nicht ungefährlich.

Sprachliche Probleme mit Ärzten kann es geben, aber üblicherweise kommen sie mit den örtlichen Krankheiten gut zurecht. Englisch können sehr viele Ärzte, deutsch einige. Auf den französischen Antillen spricht jeder natürlich ausgezeichnetes Französisch - alle haben mehrere Jahre in Frankreich studiert.

Arzt

Vor der Abreise sollte ein Arzt und ein Zahnarzt besucht werden. Gerade Zahnschmerzen sind vermeidbar und besonders übel.

Zum Tauchen ist ein ärztliches Tauglichkeitszeugnis (in französischer Sprache) nötig. Zu Hause besorgen, weil es einfacher und billiger ist! Infos unter Tauchen. Auch sonst braucht man außerhalb von Touristenbereichen immer ein ärztliches Zeugnis, wenn man Sport treiben will. Wenn man eh schon eins holt, darauf achten, daß drauf steht: Für alle Sportarten, besonders ..., außer ... (frz.: apte à la pratique de tous les sports, notamment ..., sauf ...)

Wer Brillenträger ist, sollte eine Ersatzbrille mitnehmen, wer besondere Medikamente braucht, ein Rezept. Wenn der Arzt schon arbeitet, kann er auch kurz eine Diagnose anfertigen, die dann übersetzt mitgenommen wird. Jedes Dorf hat mindestens eine Apotheke und zu normalen Öffnungszeiten gibt es, was man braucht.

Das gilt übrigens für alles, was man unterwegs braucht: Man kann es kaufen, ganz sicher. Nur wo und wann und vor allem zu welchem Preis ist offen.

Exkurs: Wer wenig Zeit hat und leicht reizbar ist, sollte Pauschal reisen. ALLES kostet unglaublich viel Zeit. Mir ist es passiert, daß ich zum Kauf einer Schachtel Zigaretten eine Stunde gebraucht habe, zu normaler Geschäftszeit, bei geringem Betrieb, und der Laden war gegenüber. Sie lassen einen einfach warten. Da die Preise unglaublich hoch sind, kann man es sich meist einfach nicht leisten, beim erstbesten Angebot ja zu sagen. Und da die Leute selbst unglaublich geduldig sind, wird man auf wenig Verständnis für Drängen auf Eile stoßen. Das gilt ganz besonders für die elementaren Bedürfnisse wie Wohnen und Autofahren.

Impfungen

Impfungen sind in der ganzen Karibik nicht das vordringliche Problem. Nur wenn eine Rundreise geplant ist, ist ein Impfprogramm nötig. Für die Besuche von einzelnen Inseln geht es oft ohne oder mit wenigen Impfungen. Wer jedoch von oder nach Mittel- und Südamerika unterwegs ist, sollte ein volles Programm einplanen.

Das Kapitel ist trotzdem da und so ausführlich, weil sich bei uns kein Mensch mehr eine Seuche vorstellen kann. Es gibt sie und die modernen Seuchen sind durch internationalen Reiseverkehr bedingt. Wer die bayerische Methode miterlebt hat, wie die öffentliche Verwaltung mit Seuchen umgeht, der kriegt Angst oder ist ein wenig tumbe. Siehe Gauweiler und Aids-Maßnahmen-Katalog.

Man muß sich einfach klar darüber sein, daß es einige Krankheiten gibt, die besonders Reisende gerne heimsuchen, vor allem unter schlechten hygienischen Bedingungen, egal, wo man ist. Das gilt vor allem für Hepatitis, Polio, Tetanus und Diphtherie. Die kann man sich auch in Europa holen, warum also nicht vorbeugen? Die Reiselust scheint bei den meisten Leuten erheblich größer als die Impflust zu sein. Daher ist z.B. bei Hepatitis die Gefahr einer Erkrankung in Deutschland mittlerweile derart gestiegen, daß die Einführung einer Pflichtimpfung diskutiert wird. Diphterie ist in Ost-Europa auch schon seuchenmäßig verbreitet.

Gegen alle möglichen Krankheiten gibt es alle möglichen Impfungen, von denen die einen für eine halbe Ewigkeit ausreichen, andere nur wenige Wochen; bei Malaria wird es dann ganz schwierig. Obendrein vertragen sich manche Impfstoffe nicht miteinander, so daß Abstände zwischen den Impfungen nötig sind. Manchmal sind mehrere Impfungen gegen eine Krankheit nötig, um vollständigen Schutz zu erreichen. Außerdem ist Geimpft-Werden anstrengend und ziemlich teuer, oft hängt man einige Tage schlapp rum, oder man hat Schmerzen um die Einstichstellen. Einige Impfungen (Gelbfieber) dürfen nur von zugelassenen Tropenärzten oder Tropeninstituten vorgenommen werden.

Das ist nicht ganz so schlimm, wie es klingt. Es ist nur nötig, sich rechtzeitig darum zu kümmern.

Vernünftigerweise besucht man mindestens zwei Monate vor dem Reisetermin den Hausarzt (mit Impfpaß, soweit vorhanden). Der kann einige Impfungen machen, diese werden dann teils von der Krankenkasse bezahlt, oft kauft man aber den Impfstoff selbst in der Apotheke. Auch Impfungen, die man sowieso haben sollte, z.B. Polio und Tetanus, können aufgefrischt werden. Was der Hausarzt nicht machen kann, gibt's - gegen Bares - beim nächsten Tropeninstitut oder Tropenarzt. Beide sind nicht sehr häufig. Wer zu spät dran ist, kriegt ein Notprogramm. Die Leute in den Tropeninstituen sind da recht pragmatisch. Adressen am Ende des Kapitels.

Ein Eintrag in den gelben internationalen Impfpaß kann Grenzärger vermeiden. Angeblich gibt es in Frankreich kostenlose Impfungen, Infos beim Bürgermeisteramt.

Inselübersicht: (für Rundreiser habe ich alle Inseln aufgeführt)Auf den Brithish Virgin Islands, Grenada, Guadeloupe, Martinique und Haiti gibt es noch Tuberkulose; in Mitteleuropa auch, das will nur noch keiner wahr haben. Vereinzelt wird Pockenschutz empfohlen, aber bei uns sind fast alle Menschen, die bis etwa '68 geboren wurden, schon als Kind geimpft worden.

Übersicht über die Impfungen:Informationen gibt:

D: Telefonische Impfauskunft des Tropeninstitutes München: Südamerika 089/333369 (Ansageband, elend lang) Leopoldstr. 5, 80802 München, 089/333322;

Tropeninstitut Hamburg, Bernhard-Nocht-Institut für Schiffs- und Tropenkrankheiten, Bernhard-Nocht-Str. 74, 20359 Hamburg, 040/311021

Königin-Elisabeth-Str. 32, 14059 Berlin, 030/3032701

AU: Institut für spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin der Universität, A-1095 Wien, Kinderspitalgasse 15, +43/222/434392

CH: Schweizerisches Tropeninstitut, Socinstr. 57, CH- 4051 Basel, +41/61233896

Impfservice von Air-France Paris 0033/1/43.20.13.50, Pasteur-Klinik Paris 0033/1/40.61.38.00 oder Ansage vom Band 45.68.81.98

Schriftliche Informationen gibt es z.B. beim Tropeninstitut München, Leopoldstr. 5, 80802 München, 089/333322; Broschüre, 85 S., DIN A5, 12.- DM Inhalt: Vorsichtsmaßnahmen, Impfungen, Reiseapotheke, Selbsthilfe, Gifttiere, Adressen der Tropeninstitute in D, AU und CH, umfangreiches Literaturverzeichnis.

Reiseapotheke

Der Hausarzt kann so etwas zusammenstellen, u.U. wird sie dann auch von der Krankenkasse bezahlt. Vor allem aber ist man sicher, Medikamente zu bekommen, die für einen verträglich sind und auch in den Tropen wirksam sind. (Hitze, Luftfeuchtigkeit!)

Auf keinen Fall sollte fehlen: (Alle Sachen sind auch unterwegs erhältlich, Apotheken gibt es in Massen. Nur ist die Frage, ob mitnehmen nicht doch einfacher und weniger nervig ist.)

Heftpflaster, verschiedene Größen

Mittel gegen Durchfall: Lopedium ISO (Fa. Hexal) haben sich als sehr hilfreich erwiesen. Kohletabletten (z.B.: Kohl-Compretten, Fa. Merck) sind ungefährlich, manche halten sie aber auch für wirkungslos.

einfaches Schmerzmittel (Aspirin oder ähnliches. Nicht nur wegen des Rums.)

Breitbandantibiotikum - vor allem für Hals-, Nasen- Ohrenbereich. Wiegt nix, kostet nix (Krankenkasse) und wirkt im Fall der Fälle Wunder.

Sonnenschutzmittel. Die Sonne ist brutal. Reisende aus Europa kommen meist im Winter und sind sehr blaß. Der Sonnenschutzfaktor kann kaum zu hoch sein, und braun wird man sowieso. Empfehlung: anfangs sehr hoch, über 15 europ., später reicht dann 4 bis 8. Die Creme sollte wasserfest sein, da man viel schwitzt. Amerikanische Sonnencremes haben eine andere Sonnenschutzskala als europäische, die amerikanischen Zahlen sind höher bei geringerem Schutz.

Mückenschutzmittel. Naja, so richtig will ich dazu nicht raten. Gesund ist das Zeug nur, wenn es nicht wirkt, eklig immer (Nelkenöl). Die Mückenplage ist nur an bestimmten Plätzen richtig nervig, etwa in sumpfigen Urwaldteilen und in den Mangroven. Nachts wirkt ein Moskitonetz wesentlich besser.

Krankenversicherung und andere Versicherungen

Ganz einfach ist es mit den französischen Antillen, da hier die gleichen Bedingungen wie bei einer Reise nach Frankreich bestehen. Man zahlt cash. (sic.) Einen Haufen Zettelkram kann man mit nach Hause nehmen und bei seiner Versicherung einreichen. Den Auslandskrankenschein, den einem die eigene Krankenkasse zuschickt, kann man getrost zu Hause lassen. Bei Privatversicherten kommt es auf den Vertrag an, meist ist weltweiter Schutz drin. Die Erstatterei ist normalerweise ein Drama, weil natürlich keiner in der Versicherung Fremdsprachen kann. Sie wollen die Rechnungen genau spezifiziert und deutsch. Man sollte sich vor Ort eine deutsche Übersetzung machen lassen. Ansonsten genau beschreiben, was getan wurde. Die gesetzlichen Krankenversicherungen zahlen nur einen Teil der Kosten.

Auch Auslandskrankenversicherungen, mit einer Geltungsdauer bis zu einem Jahr, sind relativ billig. Paketangebote mit anderen Versicherungen (Reisegepäck etc.) kritisch prüfen! Oft ist die Geltungsdauer auf 62 Tage begrenzt. Die Reisebüros wollen dann manchmal zwei Kurzzeitversicherungen hintereinander verkaufen. Das ist wesentlich teurer, als bei der Versicherung selbst anzurufen und sich nach einem speziellen Langzeittarif zu erkundigen.

Infos: Europäische Reiseversicherung AG, Vogelweiderstr. 5, Postfach 800545, 81667 München, 089/4166-1 (-800 für Reisegepäck).

Reiserückhol- und ähnliche Versicherungen ("Rat&Tat"-Paket) sind meist zu teuer im Verhältnis zu Leistungen und zur Eintrittswahrscheinlichkeit des Schadens.

Da man wahrscheinlich viel zwischen den Inseln fliegt, ist die Chance gegeben, daß das Gepäck verloren geht. Und alle Fluggesellschaften zahlen höchstens 20 US$ pro Kilo Gepäck - was fast immer zu wenig ist. Die Reisegepäckversicherung übernimmt den Rest, wenn man eine hat.

Achtung: Foto- und Filmgeräte sind immer nur bis zum halben Wert ersatzfähig. Im Schadensfall nicht mehr auflisten, als die Versicherungssumme insgesamt ausmacht. Sonst darf die Versicherung ihre Leistung mindern. Beispiel: Versicherungssumme: 3000 DM (billigste). Angegeben sind aber 6000 DM Gesamtgepäckwert. Dann muß die Versicherung von jedem Stück nur die Hälfte zahlen, egal, wieviel wirklich weg ist.

Oft meinen Versicherungen, sie könnten wegen "neu für alt" etwa 20% abziehen. Das geht zwar im Prinzip, aber meistens ziehen sie mehr ab, als erlaubt ist. Nicht darauf einlassen oder gleich etwas großzügiger schätzen. (Aber nicht richtig lügen, das wäre Betrug!)

Die gesamte Versicherungssumme bekommt man äußerst selten, es sei denn, man steht nackt rum. Denn auch die Kleidung am Körper ist Reisegepäck.

Gesundheit während des Reisens

Eine umfangreiche Broschüre (Merkblatt Nr. 23) über Gesundheit in den Tropen gibt es beim Bundesverwaltungsamt, Informationsstelle für Auslandstätige und Auswanderer, Marzellenstr. 50-56, 50668 Köln, Tel. 0221/758-0, Fax 0221/7582768, kostet 3 DM + Porto. Diese Broschüre gibt es auch bei den lokalen Auswanderungsberatungsstellen (z.B. Diakonisches Werk, Caritas)

Essen: Es gibt den schönen Satz fürs Essen: "Wasch' es, Schäl' es, Koch' es oder laß' es". Er ist normalerweise richtig. Wer es nicht glauben will, sollte etwas mehr Kohletabletten einpacken, vorsichtshalber. Aber die französischen Antillen sind sehr europäisch. Das Durchfallrisiko ist nicht übermäßig hoch. Da Insektizide teuer sind, kann man Obst meist einfach so essen, ohne es vorher zu schrubben.

Sonne: Wer megabraun zurückkommen will, sollte sich entweder im Solarium oder mit Creme vorbräunen. Die ersten paar Tage nur mit hohem Sonnenschutzfaktor eincremen und gemäßigt in die Sonne legen. Ist die Haut einmal verbrannt, ist die Mühe von zwei Wochen im Eimer. Erst wenn die Haut schon einigermaßen braun ist, kann man Sonnenöle mit niedrigeren oder ohne Sonnenschutzfaktor benutzen. Auch dann sofort aus der Sonne gehen, wenn es unangenehm wird.

Leider hält die erworbene Bräune gar nicht lange, schon nach zwei Wochen ist man fast wieder so bleich wie vorher. Richtig dunkel wird man auch nicht, eher goldbraun.

Erste Hilfe bei Sonnenbrand: Im Schatten Joghurt (ohne alles) drauf und eine halbe Stunde drauf lassen. Nimmt den Schmerz und kühlt schön. Fettig halten, hohen Sonnenschutzfaktor morgens vor dem Weggehen drauf, keine Sonne! Bei Stellen, die sich nicht mit Kleidung verdecken lassen, einen Sonnenblocker drauftun. Man kann sich richtige Narben holen, ganz abgesehen vom Hautkrebs.

Trinkwasser: Im Bereich Martinique, Dominika, Guadeloupe ist das Leitungswasser gut trinkbar, es gibt einige Mineralwasserquellen. Es schmeckt gut, allenfalls ist es etwas lauwarm.

Salmonellen. Aufpassen muß man vor allem bei Selbstgekochtem. Die Sachen halten - auch im Kühlschrank - nicht so lange wie bei uns. Eiprodukte und Geflügel sind besonders anfällig. Länger als einen Tag sollte man nichts aufheben. Das am Straßenrand angebotene Sorbet (Eis) ist unbedenklich.

Aids gibt's auch in der Karibik. Und nicht zu knapp. Martinique ist Nummer zwei im politischen Frankreich. Guadeloupe liegt noch vor Martinique und beide weit vor Haiti und der Dominikanischen Republik. Kondome (frz.: Preservatif) gibt's vor vielen Apotheken aus Automaten. Auch manche Supermärkte haben sie. Sie werden offenbar gerne benutzt, wie eine stattliche Anzahl von gebrauchten Exemplaren an den unmöglichsten Stellen beweist. Anti-Aids-Werbung auf kreolisch: Chapo pa mi bobo! (??)

Es gibt keine Malaria, aber eine andere unangenehme Krankheit, die von Mücken übertragen wird. Dengue wird sie auf den französischen Antillen genannt und wirkt wie eine ordentliche Virusgrippe, aber ohne Schnupfen und Husten. Man hat etwa zwei bis drei Tage sehr hohes Fieber und ist dann noch eine Woche sehr müde. Es gibt kein Medikament und keine Prophylaxe, außer sich nicht von Mücken stechen zu lassen. Einheimische empfehlen: Aspirin, Vitamin-C (Säfte!) und sehr viel schlafen. Bei normal konstituierten Personen ist sie nicht schlimmer als eine Grippe. Nach einem Anfall ist es vorbei.

Erkältungen: Merkwürdigerweise erkälten sich ziemlich viele Urlauber in der Karibik. Ursache dürften Air-Condition und Ventilatoren sein. Therapie ist ja bekannt...

Langeweile. Es mag etwas verblüffen, aber Langeweile kann ein echtes Problem werden. Ursache ist wohl zum Teil das ungewohnte Wetter, zum Teil auch, daß alles schwierig zu organisieren ist, lange dauert und nervig ist. Ist man dann eh' schon von der Hitze schlapp, kippt noch ein paar Rum oder Bier und schließlich geht garnix mehr. Wie schon erwähnt, sind die Folgen von übermäßigem Rumgenuß schlimm. Der Erfolg einer Dauerbehandlung ist eine richtig ausgewachsene Depression, die dann als Tropenkoller bekannt ist. Vorbeugung: Überdosen vermeiden, ausreichend Bücher mitnehmen, unter nette Leute gehen.

Giftige Tiere und Pflanzen

Gefährliche Tiere gibt es an Land selten, auf Guadeloupe gar nicht. Im Meer dagegen gibt es Quallen, Nesseltiere, Seeigel etc. Gerade tropische Meerestiere haben recht oft Nesselzellen, um sich gegen Feinde zu schützen. Meist ist der Kontakt nicht schlimmer als der mit Brennesseln. Auch flache Fischlein, die sich im Sand verstecken und einem bei Berührung einen elektrischen Schlag verpassen, gibt es. Beim Gerätetauchen erst mit der Flosse klar Schiff machen, bevor man sich hinkniet.

Richtig gefährlich ist es nicht, man muß halt aufpassen, wo man hintritt und beim Tauchen oder Schnorcheln nicht in dunkle Spalten fassen. Kann sein, daß sich die Bewohner gestört fühlen und zubeißen. Kleine Muränen gibt es massenhaft, so um die 30 cm. Sie drohen mit offenem Mäulchen. Stubst man sie an der Nase, hauen sie panisch ab. Es gibt sowohl sehr große Barrakudas als auch Haie. Theoretisch könnten sie gefährlich werden.

Es gibt Löwen- und Steinfische, sogar gar recht häufig. Sie sind die einzige wirkliche Gefahr, ihre Rückenflossen haben äußerst giftige Stacheln. Normal Badende haben keine Probleme, die Tiere sind scheu und erst ab etwa drei Meter Tiefe zu finden, außerdem nicht auf Sandboden. Als Taucher sieht man sie ständig. Sie sehen schon so aus, daß man sie nicht anfaßt. Und auf Korallen sollte man sich sowieso nicht setzten oder knien, sie sind scharfkantig und gehen dabei obendrein kaputt. Wer unliebsamen Kontakt mit so einem Tier hatte, sollte den Tauchgang abbrechen und mit dem Tauchlehrer sprechen, oft ist ein Arzt nötig.

Seeigel kommen sehr gerne an felsigen oder steinigen Stränden vor. Am Sandstrand fast nie. Man kann sie gut von außerhalb sehen. Wo ein Stein im Wasser ist, sind auch Seeigel. Es gibt sie in allen Farben, weiß, rot, grün und schwarz; auch welche mit 20-30 cm langen Stacheln, die allerdings tiefer. Das Risiko auf irgendeinen dieser Igel draufzutreten, ist so hoch wie im Mittelmeer.

Hat man doch einen betreten, so hilft gegen die Stacheln eine Kerze, die in den Apotheken verkauft wird. Solange der Stachel noch recht frisch drin steckt, kann man das Wachs auf die Stelle tropfen und den Stachel, der sich ansonsten sehr vehement gegen Entfernung wehrt, herausziehen. Ansonsten hilft nur eine Nadel oder - besser - ein Einwegskalpell. Der Schnitt verheilt schnell und tut lange nicht so weh wie das langsame Herauseitern.

Die Seeigel mit den ganz langen Stacheln heißen Diadem-Seeigel. Ihre Stacheln brechen sehr leicht ab und tun ziemlich weh, sie injizieren nämlich ein Gift. Die verletzte Stelle wird unmittelbar um den Stich lila. Nicht rausoperieren, eher Essig drauf tun. Der Schmerz läßt nach einer Stunde erheblich nach. Der Stachelsplitter kommt nach ein paar Tagen von selbst raus. Für Taucher ist der unliebsame Kontakt - die fiesen Teile stechen durch den dünnen Neoprenanzug - kein Grund, den Tauchgang abzublasen. Es sei denn, natürlich, man fühlt sich mies.

Die hübschen Strandschühchen aus 100% Plastik helfen nicht viel. Sie werden zu Angstpreisen in den Touristenläden verkauft, halten nicht lange, sehen bescheuert aus, und wenn man auf einen Seeigel tritt ist doch immer ein Stachel lange genug. Aber natürlich bewahren sie empfindliche Füßchen vor Steinlein.

An Land - in Meernähe - gibt es einen bösen Baum, den Maceniller (Manzanillo, lat. hippomane mancenella). Er hat kleine grüne Früchte, die wie unreife Äpfel aussehen. Nicht essen, tödlich! Saft und Blätter haben giftige und ätzende Milch, die starke Reizungen verursachen. Nicht anfassen, nicht drunter setzen. Vor allem nicht nach Regen. Hat man sich durch Kontakt Reizungen zugezogen, ist der Besuch eines Arztes sehr ratsam.

Man erkennt den Baum hauptsächlich an den Warnschildern, manchmal auch ein weißes oder rotes Band oder Farbe; oder daran, daß die Früchte braun und schrumpelig am Boden liegen.

Im Nationalpark La Caravelle auf Martinique und an anderen Stellen mit Schildchen kann man einige Exemplare mit Beschreibung sehen, auch ansonsten sieht man sie im Trockenwald häufig. Die Kariben-Indianer haben ihre Giftpfeile in der Milch präpariert, was so manchem Kolonisten das Lebenslicht ausgehaucht hat. Später hat man sie gerne am Strand gepflanzt, um unerwünschte Landungen von Soldaten zu vermeiden. Da wachsen sie halt heute noch. (sic.)

Manche Strände beglücken mit Sandflöhen. Wie Mücken hierzulande, werden sie besonders in der Dämmerung ekelhaft. Die Stiche tun weh, sind aber ungefährlich.

Es gibt Mücken (kreolisch yen-yen) und zwar die von der kleinen fiesen Sorte. Sie kommen an Flußmündungen und in der Nähe von Binnengewässern und Mangroven vor. Auf Martinique sind sie sehr schnell, auf Guadeloupe hingegen recht langsam, verstecken sich aber besser.

Sie gehen bevorzugt auf Neuankömmlinge los, die schmecken offenbar besser. Sehr viele Europäer reagieren zunächst stark allergisch auf Mückenstiche, mit riesigen juckenden Beulen und zugeschwollenen Augen, oft auch Schlappheit und Gliederschmerzen. Das gibt sich nach spätestens einer Woche. Sie sind insgesamt trotzdem relativ harmlos, aber Autan (giftig?) und Moskitonetz o.ä. spart die Nerverei. Wenn sie schon da waren, ein heißer Tip: Natron (frz.: bicarbonate) mit Spucke zu einem Brei vermatscht auf dem Stich trocknen lassen - ca. 1/2-1 Stunde Zwangsruhe - hilft sehr gut. Sogar so gut, daß etwaige Ekelgefühle von empfindlichen Naturen meist schon nach der ersten Anwendung überwunden werden.

Wenn trotz Mückennetz ein solches Tier um die Ohren surrt, liegt es selten an der großen Maschenweite, öfter daran, daß man das Netz nicht an allen Stellen ordentlich unter die Matratze geklemmt hat. Löcher kann man mit einem kleinen Knoten beseitigen.

Klimaanlagen vertreiben Mücken, aber nur wenn sie wirklich kalt eingestellt sind. Dann erkältet man sich halt. Ventilatoren helfen nur angeblich. Man muß schon einen Zimmersturm veranstalten, um die Tiere vom Blutsaugen abzuhalten.

Es gibt mancherorts Bilharziose, eine Wurmkrankheit. Man kann sie sich beim Baden in Binnengewässern holen. Die Larve bohrt sich in die Haut und nistet dort. Vor dem Baden Leute fragen. Hat man sie sich geholt, zum Arzt gehen. Das Anfangsstadium ist harmlos, später kann es wirklich üble Komplikationen geben. Arzt. Vor allem Guadeloupe ist betroffen, hier besonders der Fluß Goyave auf Basse-Terre. Dort nicht baden! In den lieblichen Bergflüßchen und in den Wasserfällen ist das Risiko Null, eher tritt man auf einen (scherenlosen) Flußkrebs.

Es gibt auf Martinique (sehr selten, aber doch) giftige Schlangen, nämlich die endemische Lanzenotter (F: trigonocéphale, lat. bothrops lanceolatos). Es gibt sie nur und ausschließlich in Martinique.

Sie ist eine mit der Klapperschlange verwandte Grubenotter. Sie wird zwischen 30 cm und 1.5 m lang, ganz selten auch bis zu 2 m. Auch sie ist nachtaktiv, wenn man nicht gerade tagsüber drauf tritt. Man hat zwar versucht sie auszurotten, aber der Erfolg war nicht vollständig: Man hat Mangusten (manchmal auch Mungo genannt, lat: herpesdes javenitos) ausgesetzt, kleine Raubtiere die sehr gerne Schlangen fressen. Leider fressen sie auch ziemlich gerne Eidechsen, einige Vogelarten und Hühner. Daß es keine Papageien mehr gibt, geht zu großen Teil auf ihr Konto. Sie vermehren sich wie die Karnickel und machen auf Martinique das selbe Problem, wie auf anderen Inseln die Ratten. Gerade das mit den Hühnern nehmen die Leute den Mangusten besonders übel: Sie richten in den Ställen ähnliche Massaker an, wie bei uns Marder. Daher werden sie aus bewohnten Gebieten vertrieben. Gerade die Gegend um Fontaine-Didier (bei Fort-de-France) und Case-Navire ist besonders betroffen.

In Zuckerrohrfeldern kann man die Lanzenotter fast sicher finden, aber da latscht ja kein Tourist durch. Da auch sonst niemand durchläuft und nur einmal alle 15 Monate geerntet wird, ist der Platz schön ruhig, optimal für eine scheue Schlange. Das ist übrigens auch ein Grund, warum die Felder bei der Ernte abgefackelt werden, das Schneiden mit der Machete ist wegen der vielen Schlangen nicht ungefährlich.

Wie immer in schlangenreichen Gegenden gilt: (eigentlich ein blöder Tip, ich war ganz schön lange da und habe die Tiere nur auf dem Foto gesehen.) Feste Schuhe, lange Hosenbeine (Jeans) und ordentlich auftreten. Die Erschütterungen durch Schritte vertreibt fast immer die Schlangen. Man sollte auch keine größeren Steine mit den Händen bewegen oder in Spalten fassen ohne vorher nachzuschauen. Manchmal ist halt eine Schlange dort und will in Ruhe schlafen. Bei undurchschaubarem, trockenem Gras mit einem Stock am Weg stochern, vermeidet auch Knöchelverstauchungen.

Die Lanzenottern sind wirklich giftig, Seren gibt's aber in jedem Krankenhaus. Es soll tatsächlich hin und wieder vorkommen, daß man den Biß nicht bemerkt, oder meint, sich an Dornen gestochen zu haben. Wem ohne ersichtlichen Grund schlecht wird, mit Fieber und Erbrechen: sofort zu Arzt.

Formalitäten und Botschaft

Die jeweils zuständigen Botschaften für die französischen Antillen sind alle in Paris. Die kleineren - unabhängigen Staaten - finden ihre Botschaft oft auf Trinidad-Tobago. Meist ist ein Honorarkonsul vor Ort, der kleinere Botschaftsaufgaben übernimmt. Daß er deutsch spricht, sollte man nicht als normal voraussetzen. Daß er oder sie nett und fürsorglich ist, durchaus.

Man sollte ganz allgemein die Hilfe durch Botschaften nicht überschätzen. Sie sind nötig, wenn man Papiere braucht. Bei ernsthaften Schwierigkeiten nimmt die Botschaft Kenntnis von dem Vorgang und verständigt allenfalls die Angehörigen. In erfreulichen Fällen gibt es eine gewisse Betreuung, z.B. ein Gespräch mit einem Vertreter der Botschaft im Gefängnis und etwas Lesestoff, evtl. Adressen und die Vermittlung juristischer Hilfe von Anwälten. Mehr gibt es nicht. Auch die Prozeßbetreuung ist eher symbolisch. Wer halt was Übles getan hat, dem ist die Botschaft nicht Zorro. Das gilt zu 100% für Drogendelikte!

Wenn man ganz pleite ist, passiert es in seltenen Fällen, (Krankheit oder Hilflosigkeit) daß die Botschaft die Hinterlegung von Geld durch Angehörige oder Freunde zu Hause bei den Behörden ermöglicht und das Geld dann auszahlt. Meist nur soviel, daß man auf dem schnellsten Weg nach Hause kommt, oft in Form von Tickets. Ganz selten bekommt man eine Art Kredit, den man in Deutschland zurückzahlen muß, meist in Form des billigsten Heimreise-Tickets.

Ansonsten gibt es nur die Briefmarken für einen Hilferuf nach Hause. Es kann natürlich anders - besser - kommen. Verlassen würde ich mich darauf aber nicht.

Carte de séjour

Bei bis zu drei Monaten Aufenthalt zu touristischen Zwecken braucht man als EU Bürger nur den Personalausweis. Paß trotzdem mitnehmen. Daß EU ist, hat sich noch nicht rumgesprochen und unser Personalausweis sieht anders aus, als der französische.

Bleibt man länger, müßte man die Aufenthaltserlaubnis beantragen (carte de séjour). Es weiß zwar niemand so genau, wann man eingereist ist, da ja normalerweise kein Stempel in den Paß kommt. Aber sie machen es einfach so: Für alle möglichen Behörden braucht man dieses Ding, z.B. um ein Auto zuzulassen oder einen Leseausweis für die Bibliothek zu bekommen. Manchmal kann man die Behörde mit einem an die eigene Adresse gerichteten Brief oder der Bestätigung des Vermieters rumkriegen, aber nicht oft. Je offizieller der Absender desto eher klappt es. EDF, also die Stromrechnung oder France Telekom (Telefon) sind gut.

Dann muß man so ein Ding halt beantragen:

Es ist relativ leicht zu bekommen und kostet keine Gebühren. Am besten ist es jedoch, solcherlei Papierkram von zu Hause aus zu erledigen. Manchmal wird ein ärztliches Zeugnis verlangt, was aber ohne besondere gesetzliche Anordnung nicht rechtmäßig sein dürfte. Für bestimmte Berufe gibt es diese Anordnung. Die Untersuchung kostet etwa 500 F, die man selber zahlen muß.

Ansonsten verlangen sie einen Grund, warum man bleiben will, Studium oder Arbeit oder anderweit ausreichende finanzielle Mittel für die gesamte (!) Gültigkeitsdauer. Auch das ist an sich rechtswidrig, da in der EU - mittlerweile durch den Europäischen Gerichtshof geklärt -volle Freizügigkeit herrscht. Sie tun es aber trotzdem, verklag' sie doch!

Also, wie immer bei Behörden wird alles, was sie nicht mögen, schrecklich langsam und mit fürchterlich genauer Auslegung der Gesetze "erledigt". Sie wollen nicht, daß die halbe EU-Jugend auf Martinique in Bananenplantagen pennt und Leute anschnorrt. Daher: Sehr ordentlich angezogen hingehen, einen würdigen Eindruck machen, so daß sogar die eigene Oma verblüfft wäre, Papierkram parat haben und eine gute Geschichte, warum man ein der Gesellschaft nützlicher Mensch ist und wie man seinen Lebensunterhalt selbst zu bestreiten gedenkt. Die Anstellungsbestätigung, die man vorlegen muß, kann man entweder von einem befreundeten Unternehmer besorgen, oder man sucht sich halt einen miesen Bürojob (die sind relativ einfach zu bekommen) und schmeißt ihn dann wieder hin. (Vielleicht ist der ja auch gar nicht so mies.)

Weiter braucht man ein Paßfoto, Personalausweis (und eine Kopie davon) und Paß sowie einen einigermaßen festen Wohnsitz. Dann füllen sie einem einen grünen Schrieb aus, mit dem jede Behörde zufrieden ist.

Der andere Teil des Schriebs geht an die lokale Polizei, man wird von denen nach angeblich etwa 2-4 Wochen interviewt, es kann ein halbes Jahr dauern. Dafür gilt das gleiche wie oben. Wenn sie einen mögen (bei Einhaltung der Tips fast sicher) kriegt man nach einer langen Weile die carte de séjour. Das kann aber noch mal kräftig Ärger geben. (Papiere sind nicht mehr auffindbar, niemand ist zuständig, irgendwas hat sich geändert etc.)

Problematisch scheint es zu werden, wenn bereits einmal eine Aufenthaltsgenehmigung abgelehnt wurde und man sich nicht juristisch dagegen gewehrt hat. Wer wirklich länger bleiben will, sollte von Deutschland aus handeln. Kommt man erst vor Ort drauf, daß man bleiben will, so gibt es zwei Alternativen: Entweder braucht man für irgendwas recht schnell eine carte de séjour oder man hat noch Zeit. Hat man Zeit, so sollte man Freunde anweisen, das Nötige von zu Hause aus zu machen. Ansonsten halt wie oben dargestellt zum Ausländeramt laufen. Mit der vorläufigen carte de séjour kann man zumindest das Auto zulassen, die Wohnung mieten etc. Das geht aber wirklich nur einmal.

Paß

Für Martinique und Guadeloupe reicht wie gesagt ein Personalausweis. Die anderen Inseln sind nahe und es kann gut sein, daß man Lust bekommt, hinzufahren: Reisepaß mitnehmen. Visa braucht man als Deutscher kaum. Der Paß sollte noch eine Weile gültig sein. Oft wird ein Rückreiseticket verlangt - je nach Boshaftigkeit des Grenzmenschens auch zurück bis nach Hause. Es ist ein ziemlich sicheres Zeichen dafür, daß man sich irgendwie unbeliebt gemacht hat, wenn man danach gefragt wird.

Manchmal wird der Nachweis verlangt, daß man ausreichend Geld bei sich hat. Traveller-Schecks werden anerkannt, cash ist besser.

Reisezeit

Man kann das ganze Jahr in die Karibik reisen, im Sommer kann es etwas anstrengend werden. Wenn in Europa Winter ist, ist in der Karibik Hauptreisezeit. Etwa von Mitte Dezember bis Anfang April ist Hauptsaison. Sommer wie Winter sind Temperatur und Sonnenstand einigermaßen gleich. Im "Winter" regnet es viel weniger und auch die Winde sind nicht so derb. Dafür sind die Preise während der Hauptreisezeit, im Vergleich zum Rest des Jahres, derb. In Küstennähe und den Touristenzentren kann es während der Trockenzeit arg kahl werden. Aber wer Griechenland mag, wird das nicht schlimm finden. Während der Regenzeit, also im Sommer, sind die Inseln viel grüner - und damit schöner - als sonst. Dafür ist es sehr schwül. Die meisten empfinden die Zeit von Mitte Juni bis Ende September als besonders belastend. Siehe auch Klima.

Zeit

In der östlichen Karibik gilt die Atlantik Standard Time (MEZ minus 5 Stunden) auf Trinidad und Tobago gilt die Eastern Standard Time (MEZ minus 6 Stunden). Wenn bei uns Sommerzeit ist, ist noch eine Stunde mehr Unterschied. Wenn es also in Fort-de-France 12 Uhr Mittag ist, ist's zu Hause schon fünf Uhr Nachmittag, im Sommer sogar schon sechs Uhr abends. Umgedreht: Wer aus Europa um 8 Uhr morgens in Fort-de-France anruft, weckt die armen Leute in Fort-de-France, dort ist es 3 Uhr, im Sommer erst 2 Uhr.

Es wird früher und schneller dunkel, als man meinen möchte.

Informationen

Touristeninformation

Allzuviel sollte man von diesen staatlich gesponserten Einrichtungen nicht erwarten. Die Leute dort werden bezahlt, ob sie was tun oder nicht. Ignoranz ist daher nicht selten. Durch einen Telefonanruf fühlen sie sich manchmal gestört. Folge: Hebt überhaupt jemand ab, wird man bestimmt fünfmal verbunden, bis man entweder wieder am Anfang ist, oder bei der dämlichsten Person im ganzen Büro. Die sucht dann stundenlang, bis sie rausfindet, daß nix da ist oder jedenfalls sie nix davon weiß. Derweil tickert der Einheitenzähler.

Ein detaillierter Fragenkatalog wird in der Regel mit ein paar bunten Broschüren "beantwortet", die allerdings unergiebig sind.

D: Caribbean Tourism Association, CTA, Guteleutstr. 45, 60329 Frankfurt 069/230441-44 telex 4170324 cta d

Französisches Verkehrsbüro, Postfach 100128, 60001 Frankfurt am Main oder Westendstr. 47, 60325 Frankfurt, 069/756083-0 fax 069/752187 Telex 414459 coget d (Ich habe von diesem Büro keine Antwort bekommen, weder am Telefon, noch schriftlich. Auf ein Fax kam schließlich eine Liste mit deutschen Pauschal-Anbietern und ein paar bunte Bildchen von ganz woanders. Dafür liegt ein ordentliches Überweisungsformular für 4.-DM Porto bei. Der brauchbare Teil der Liste ist unten bei Pauschal-Anbietern aktualisiert abgedruckt, ggf. aber eine neue bestellen.)

Französisches Verkehrsbüro, Postfach 150465, 10066 Berlin, 030/2182064, fax 030/2141738

Fremdenverkehrsbüro von Guadeloupe, Bethmannstr 58, 60311 Frankfurt, 069/283315 fax 069/287544

AU: Französisches Fremdenverkehrsbüro, Hilton Center 259 C 2, Landstraßer Hauptstr. 2a, A-1033 Wien, 01/7157062, fax 01/715706110

CH: Französisches Fremdenverkehrsbüro, Löwenstr. 59, CH-8023 Zürich, 01/2213578, fax 01/2121644

Französisches Fremdenverkehrsbüro, Thalbergstr. 2, CH-1201 Genf, 02/27328610

F: Office du Tourisme de la Martinique, 2, Rue des Moulins, 75001 Paris, 0033/1/44.77.86.00, fax: 0033/1/49.26.03.63 oder 40.20.01.14

Pauschal-Anbieter

Die gängigen großen Reiseveranstalter (z.B.: DER, TUI, Meiers, usw.) bieten immer die gleichen vier oder fünf Touristen-Gettos an. Teure Hotels mit Pool, die überall auf der Welt gleich aussehen. Es gibt mehr deutsche Anbieter für Martinique, als für Guadeloupe. Die Hotels sind nicht das Beste, was die Inseln zu bieten haben, kommen aber offenbar dem Geschmack vieler Menschen recht nahe. Ich habe einige der interessanteren Reisebüros aufgelistet, oft sind es Spezialveranstalter, die sich an Publikum mit besonderen Bedürfnissen wenden (alphabethisch sortiert). Frachtschiff Anbieter siehe oben.

Hinweis: Man sollte bei Pauschal- wie auch bei Nur-Flug-Reisen die Preise vergleichen wie ein Fuchs, ggf. auch mal in Frankreich oder in einem deutschen Nachbarland anfragen. Die Preise unterscheiden sich ganz erheblich. Seit Pauschalreisen im Preis freigegeben sind, ist das noch schlimmer geworden. Wer hartnäckig ist, kann bei einer zwei-wöchigen Pauschalreise über 1000.- DM sparen, für exakt die selbe Reise! An sich sind die Reisebüros verpflichtet, einem den billigsten Trip gleicher Art zu verkaufen. Tun sie aber nicht, da teuere Anbieter auch hohe Provisionen zahlen können. Rechtlich wird man nachher oft an Beweisschwierigkeiten scheitern, also vorher denken.

F+B Golfreisen International, Bahnhofstr. 36, 67227 Frankenthal 06233/20051 fax 06233/20056. Für Golfer das Wahre: Auf beiden Inseln gibt es hervorragende Golfplätze, die sich so auch pauschal genießen lassen. Eine Woche zwischen 3000.- und 4000.- DM.

Madinina Reisen, Margarete Le Guillarme, Waldstr. 8, 63755 Alzenau 06023/31807 fax 06023/32272. Spezialanbieter für Martinique. Bietet im regulären Programm kleine Appartements und Ferienwohnungen an. Alles auch mit Mietwagen und deutschsprachigem Abholservice. Im Angebotsbereich sind auch Hotels, teils in der Luxusklasse, enthalten. Schwerpunkt ist der Süden Martiniques, einige wenige Angebote beziehen sich auf Guadeloupe. Exkursionen, wie etwa "Biwakieren im tropischen Wald" werden ebenfalls angeboten. Der Prospekt ist sehr überzeugend.

Nouvelles Frontières, Augustenstr. 54, 80333 München, 089/5234056 fax 089/524914. Ein interessantes Reisebüro, auch für Pauschalreisen. Von der deutschen Vertretung habe ich nur Pauschalreisen angeboten bekommen, die französischen Büros bieten jedoch auch Nur-Flüge an, die teils preislich sehr interessant sind. Mietwagen sind billiger als auf den Inseln. Eine Woche mit Flug ca. 2000.- DM.

Trans Atlantik Reisen, M. Petersen GmbH, Kurfürstenanlage 1-3, 69115 Heidelberg, 06221/27181 fax 06221/10362 telex 461715. Sie haben einige Hotels auf Guadeloupe und Martinique unter Vertrag.

Syndicats d'initiative

Syndicats d'initiative sind die örtlichen Touristenbüros. Es gibt sie praktisch in jedem Ort in Frankreich, also auch auf den Antillen. Sie sind Goldgruben oder Schmuddelläden, je nachdem. Sehr oft Ersteres. Die erste Adresse im Ort, bei der man fragen sollte, es spart viele Wege. Andersrum: Taugt das Büro nichts, taugt auch oft der Ort touristisch nichts.

Fast jedes noch so kleine Dorf hat ein Syndicat d'initiative. Sie sind meist im Rathaus, der Mairie oder Bourg (bei ganz kleinen Orten) oder knapp daneben. Mittlerweile sind die allermeisten ganz gut untergebracht, noch vor ein paar Jahren wurden sie manchmal vom einzigen Gemeindebediensteten nebenbei betrieben. Es kommt trotzdem noch vor, daß das Hinweisschild größer ist als das Büro.

Neben dem üblichen Druckschriftenkram erfährt man hier die örtlichen Anbieter für alles und jedes. Unglaublich. Oft haben sie auch Listen mit den örtlichen Gîtes (Ferienwohnungen). Hier kann man, wenn man eine Weile in dem Ort bleiben will, auch Infos über lokale Feste, kommunale Einrichtungen, wie etwa Bibliothek, Konzerte etc. erhalten. Es gibt auch genaue Infos über Hotels oder Werkstätten etc. Die Leute, die dort arbeiten, wohnen in dem Ort, kennen sich also aus. Alle sind hilfsbereit. Oft haben sie auch Lust, im Tourismusgewerbe zu arbeiten und lernen gerade Englisch oder Deutsch. Trotzdem geht es manchmal etwas antillisch zu: Man muß den Leuten alles - aber auch wirklich alles - aus der Nase ziehen, was sie wissen. Ein Weilchen plaudern und in Druckschriften blättern, dann kommt's schon.

Die allermeisten haben zwischen 12 h und 14 h geschlossen. Am Wochenende ist nachmittags sicher zu und Samstag Vormittag nur ausnahmsweise offen. Mittwoch Nachmittag ist auch gerne zu.

Minitel: 3615 itour, alle Syndicats d'initiative.

Minitel 3615 infotour oder 3615 aux antilles bieten ebenfalls einen umfangreichen Service.

Internet

Im Internet finden sich einigermaßen aktuelle Infos bei den folgenden Adressen. Natürlich hat keiner einen Computer im Urlaub dabei, aber wer mag, kann sich ja ein wenig von zu Hause aus einstimmen.

Wie immer besteht die Gefahr, daß es den Server oder das File nicht mehr gibt. Aber zumindest mit der "weltweiten Warteschleife" (WWW) findet sich auch immer wieder was Neues. Auf Guadeloupe hat die Uni einen Internet-Anschluß, auf Martinique (noch) niemand.

Interessant vor allem, um aktuelle Festivitäten oder statistische Daten rauszubekommen.

http://gnn.digital.com/gnn/bus/wview/cityhigh/ch1fdf.html - aktuelle Feste auf Martinique.

http://nyo.com/Martinique - Fremdenverkehrsinfo, ziemlich brauchbar.

http://www.ircam.fr/solidarites/sida/depistage/outremer.html#Martinique - Liste der Krankenhäuser, die anonyme Aidstests vornehmen.

http://www.odci.gov/94fact/country - CIA-Reports über diverse Staaten, eben auch die beiden Inseln. Soll auf recht aktuellem Stand sein.

http://www.lib.utexas.edu/libs/pcl/map_collection - Eine Art Reiseführer über Nacktbadestrände in der Karibik und ein wenig werbemäßiges Geplauder, Hypertext-Verbindung zu den CIA-Reports und einige hübsche Karten und Bilder von Guadeloupe.

gopher://wiretap.spies.com/00/Library/Classic/world90.txt - Weltdaten von 1990, mit Guadeloupe und Martinique.

gopher://umslvma.umsl.edu:70/00/library/subjects/criminal/crimebook/narc93/narc93e - Bericht über die Drogensituation in der Karibik.

ftp://lemming.uvm.edu/rec.windsurfing/places/...(Guadeloupe oder Martinique) aktuelle Windsurf-Infos.

news:soc.culture.caribbean - Newsgroup, aber sehr viel über die englischsprachigen Inseln.

http://www.city.net/countries/... (Guadeloupe oder Martinique) Hypertext-Verbindung ins CIA-Factbook, Französisch für Reisende und eine ethnologische Datenbank mit Infos u.a. über Kreolisch.

Andere Helfer

Auswärtiges Amt in Katastrophenfällen, also Erdbeben, Wirbelstürmen und ähnlichem Ungemach. Wer leicht erregbare Angehörige hat, sollte sich, wenn schon nicht zu Hause, so beim Konsulat melden, wenn er noch lebt.

Studienkreis für Tourismus und Entwicklung e.V. Kapellenweg 3, 82541 Ammerland/Starnberger See; die geben auch eine sehr gute Broschüre über Reisen in die Karibik heraus. Siehe: "Lesbares"

Bundesministerium für Entwicklung und wirtschaftliche Zusammenarbeit, Abt. Information und Bildungsarbeit, Postfach 120322, 53045 Bonn. Es gibt kostenlose Informationen zu Entwicklungshilfe heraus, darunter auch einiges über die Karibik. Interessant auch für Leute, die längerfristige - auch wirtschaftliche - Kontakte suchen. Solches Publikum findet sich auch bei der deutsch-französischen Handelskammer gut aufgehoben.

Bewußt reisen

Die Gemeinde St. Anne auf Martinique bewirbt ihre Landsleute mit dem Slogan: Die Qualität unseres Tourismus ist auch die Qualität unserer Umwelt. Und sie stellen massenhaft Mülleimer auf, die auch geleert werden. An einem derartigen Beispiel zeigt sich klar der Einfluß, den Touristen auf die bereiste Region nehmen können. Es liegt halt nicht nur an den Einheimischen oder den Hotelkonzernen, wenn billige Betonburgen für billige Strandurlauber an den schönsten Stränden aus dem Boden sprießen.

Das gilt ganz besonders auch für Souvenirs. Wer das Korallensterben beweint oder um den Regenwald trauert, aber schlecht gemachtes Schnitzwerk aus Korallen oder Mahagoni mit heim nimmt, sollte sich nicht wundern. Ein Künstler, der mit Kunst kein Geld verdient, wird miesen naiven Haiti-Kitsch oder Airbrushkram verkaufen. Das gilt halt auch beim lieben Geld. Wer nicht genug bezahlt, wird betrogen, wer zuviel handelt, bekommt Schund.

Noch mehr gilt das für Reiseveranstalter: Mißstände, die ewig jeden genervt haben, außer denen, die dran verdient haben (siehe Raubritterkartell der Taxifahrer auf Martinique) werden abgestellt, oder wenigstens auf ein erträgliches Maß reduziert, wenn sich die Leute (mit Recht) - z.B. beim Reiseveranstalter oder Tour-Operator beschweren. Dem Reiseveranstalter ist jedes moralische Argument egal, sobald er die Stromrechnung nicht mehr zahlen kann. Und wenn er Angst um den guten Ruf und das gute Geld hat, tut er was.

Arten- und Umweltschutz

Es gibt das Washingtoner Artenschutzabkommen: Es verbietet Einfuhr, Handel und Gewerbe mit Produkten von bedrohten Tier- und Pflanzenarten und natürlich auch den Handel mit diesen Tieren selbst. Das Problem stellt sich aber auf den französischen Inseln kaum noch: Was auszurotten war, ist im wesentlichen schon ausgerottet. Sehr selten werden importierte Produkte aus Schildplatt angeboten. Finger davon!

Richtige Schmuckkorallen gibt es wenige, an geschützten Tierarten ist hauptsächlich der Racoon zu nennen, eine Art Waschbär, die auf Guadeloupe vorkommt. Er landet immer noch manchmal im (privaten) Kochtopf, da er dummerweise nicht nur sehr süß aussieht, sondern auch noch gut schmeckt. Er ist jedoch recht schwer zu fangen und - wenigstens auf dem Papier - ausreichend geschützt. Seine touristische Bedeutung erschöpft sich auf die Verwendung als Wappentier des Nationalparks auf Guadeloupe.

Leider wird immer wieder von ganz besonders armen Leuten allerlei Korallen- und Fischkram von anderen Inseln aus der Karibik abgeboten. Darunter eine ganze Reihe geschützter Arten. Tja. Sollte man nicht kaufen.

Kommentar dazu in einem Reisebericht über Grenada von Peter Martin: "Die Kreuzfahrt-Schiffe würgen ihren Inhalt an die Promenaden, wo er rasch verarbeitet werden muß, ehe er in der glühenden Sonne verdirbt. T-Shirts wechseln ebenso gleichgültig den Besitzer wie artgeschützte Meerestiere. Das Erwachen erfolgt meist erst am Zoll im Frankfurter Flughafen - natürlich nicht wegen der T-Shirts.

Ein ziemlich toller Roman zum Thema Artenschutz ist "Die Wurzeln des Himmels" von Romain Gary. Er spielt zwar in Französisch-Afrika, aber das macht keinen Unterschied. Leider ist die deutsche Übersetzung vergriffen, es gibt ihn aber auf Martinique und Guadeloupe in jedem Buchladen unter dem Titel "Les Racines du Ciel".

Unterwasserjagd ist in weiten Teilen der Karibik erlaubt und wird sehr häufig praktiziert. Das hat in den letzten Jahrzehnten einen enormen Rückgang der küstennahen Unterwasserfauna bewirkt. Es gibt noch ein paar andere Gründe, die dafür verantwortlich sind, z.B. die zunehmende Umweltverschmutzung, die Zerstörung der Mangroven und das Fischen mit sehr feinmaschigen Netzen, die inzwischen leider sehr stabil und billig geworden sind, aber die Ödniss über den Korallenstöcken liegt hauptsächlich an den Unterwasserfischern, die die Riffe kahl gefischt haben.

Es ist eigentlich eine sehr effektive Methode: Die Jäger suchen den Fisch aus, der "Abfall" ist gering - und der ausgesuchte Fisch hat keine Chance abzuhauen. Die kleine Harpune ist schneller als jeder Raubfisch und wenn man nicht danebenzielt, trifft man auch.

Leider bewirkt diese Effizienz und die Tatsache, daß die Harpunen billig sind, daß einige Amateurfischer ganze Riffe abräumen. - Egal, ob die Tiere genießbar sind oder nicht, ob sie zu klein sind oder nicht. Irgendwie lassen sie sich schon verkaufen. Und wenn nicht: Viel Arbeit war's nicht. Manchmal wird dann auch noch nachts auf die Pirsch gegangen, und irritiert vom Licht der Lampe, ohne Deckung, sind die Fische hilf- und wehrlos. Da kann auch der letzte Depp alles fangen. Man bedenke, daß z.B. eine 2 kg Languste über 300 F auf dem Markt bringt und nachts aus der schützenden Höhle kommt. Sie hauen im Lampenlicht selten ab. Man muß sie nur noch aufsammeln.

Dazu kommt nun noch, daß die Touristen auch gerne die Harpune schwingen. Man sollte es bleiben lassen, auch wenn es noch so schwerfällt. Alle Einheimischen, die tauchen und meist selbst jagen sind hier einer Meinung: Vor zehn Jahren war Unterwasser auch tagsüber enorm viel los, heute ist es dagegen tot. Oft sind die Fische stationär, d.h. sie bleiben an ihrem Korallenriff. Hat man das letzte Pärchen weggefischt, gibt's diesen Fisch dort halt nicht mehr. Es reicht oft sogar schon, wenn die Population eine gewissen Mindestzahl unterschreitet. Die natürlichen Feinde tun dann ein Übriges. (Leider sind Raubfische selten stationär, sie werden also beim Abfischen eines Riffs nicht mit dezimiert.)

Zu dieser negativen Entwicklung kommt auch noch, daß Fangverbote nicht akzeptiert und praktisch auch nicht kontrolliert werden. So sind es im Reserve Cousteau/Guadeloupe die Tauchschulen, die die Fischer vertreiben. Die Polizei ist unfähig und unwillig etwas zu tun. Oft kennen sich Polizist und Übeltäter. Wenn überhaupt was passiert, wird oft nur der Fang konfisziert und landet vielleicht sogar im Topf des Polizisten - aber die Harpune bleibt beim Fischer. Die Tatsache, daß die Tauchschulen für die Einhaltung eines sinnvollen und die hiesigen Menschen auch nicht übermäßig belastenden Verbots sorgen, zeigt was für eine Macht Touristen haben. Man sollte sie nutzen.

Schwarze Korallen werden vereinzelt von fliegenden Händlern und Souveniershops angeboten. Dabei handelt es sich nicht um die Kalkskelette von richtigen Korallen, sondern um eine Art Unterwasserholz. Das Vorbereiten der schwarzen Korallen zur Verarbeitung ist elendiglich aufwendig. Daher der hohe Preis. Die Verarbeitung ist meist nicht überragend toll. Vom Öko-Aspekt her ist der Kauf ziemlich unbedenklich.

Tropenholzprodukte sind unproblematisch. Kahlschlagrohdung ist meist schon wegen der schwierigen geographischen Verhältinsse nicht möglich, so daß der Wald "sanft" genutzt werden muß. (Durch Ausschlagen einzelner Bäume, die der Eigentümer schon im eigenen Interesse auf der entstandenen Lichtung nachpflanzt.) Eher fördert man mit dem kauf die Waldbauern und das lokale Kunsthandwerk.

Lesbares (Literatur, Landkarten und Spiele)

Reiseführer

Martinique, Guadeloupe - je ein Band, in französischer Sprache bei Gallimard in der Reihe Guides Gallimard erschienene Reiseführer, die unglaublich viele Bilder drin haben. Alles im Taschenformat. Alles, was man wissen möchte, ist gut erklärt und bebildert. Von der Entstehung eines Wirbelsturmes bis zu den Pflanzen, Trachten und Gebräuchen. Auch Geschichts- und Ortsteil sind sehr gut gemacht. Sehr empfehlenswert, wenn man französisch kann. Der Adressenteil ist sehr dürftig. Ist man darauf angewiesen, dann gute Nacht (öh, eben nicht). Trotzdem als Lesebuch die 200 F wert.

An deutschsprachigen Reiseführern ist ein gewisser Mangel zu verzeichnen: Alle kranken auf der ein oder anderen Seite oder sind Übersetzungen aus dem Französischen. Die Franzosen kommen aber mit den Alltags-Organisationskram alleine zurecht, weil sie ja praktisch zu Hause sind. Sie sind auch sehr oft pauschal hier. Viele Reiseführer haben einen größeren Rahmen und sind auf Kreuzfahrer zugeschnitten. Entsprechend dünn sind dann die Inselteile. Gut bis sehr gut ist oft der allgemeine Teil.

So zum Beispiel Apa-Guide "Kleine Antillen". Ich hab' mich gefragt, wie man so viele Inseln gründlich recherchieren will und dann das Buch zu dem Preis verkaufen kann. Geht nicht: Die Inselteile sind ausgesprochen dürftig, eigentlich richtig schlecht. Dafür ist der Geschichtsteil sehr gut und einfühlsam geschrieben. Die Bilder sind gut.

Gut brauchbar ist auch der Allgemeine Teil des Du Mont "Richtig Reisen", aber die Ortsbeschreibungen sind sehr dünn (wenn auch alles Wichtige da ist), der Adressenteil ist äußerst traurig. Zielpublikum ist halt der bemittelte Mietwagenbesitzer, der die Insel in wenigen Tagen abfährt. Trotzdem ist er empfehlenswert.

Unbrauchbar ist der interconnections-Reiseführer Guadeloupe, Martinique u.a. Antilleninseln. Es ist offenbar eine angealterte Bearbeitung des berühmten Guide Routard. Die Hälfte der Adressen stimmen nicht, die Wertungen und leider auch Tatsachen sind oft irgendwoher, aber nicht aus der Realität. Geschichts- und allgemeiner Teil sind schlecht recherchierte Plauderstunde. 1995 wird der 1993 gedruckte, aber offenbar schon ewig vorher recherchierte Kram noch verhökert. Eine echte Zumutung. Er hat bei mir Platz Eins unter den Flops.

Lesebücher - weiterführende Literatur

Wenn man eine Weile auf den französischen Inseln bleibt und die Sprache beherrscht, sollte man die Gelegenheit nutzen und sich den Leseausweis einer öffentlichen Bibliothek besorgen. Die größeren Orte haben eine sehr gut sortierte Bibliothek, in Touristenorten gibt es auch manchmal deutsche Bücher. (z.B. Marin/Martinique) Es gibt meist auch lokale Zeitungen im klimatisierten Lesesaal. Sie haben als Standardausstattung eine riesige Auswahl an Literatur über die Antillen. So zusammengestellt findet man sowas bei uns nicht. Romane, Reiseführer, Geschichte, Karten, Statistiken und weiß der Geier! Unbedingt empfehlenswert.

"Die Wiederherstellung der Sklaverei auf Guadeloupe" von Anna Sehgers. Ein Lesebuch für literarisch Interessierte. Das Thema ist spannend und man merkt beides deutlich, daß Anna Sehgers eine überzeugte Kommunistin und eine herausragende Schriftstellerin war. Die Geschichte hält sich nicht mit Daten und wissenschaftlichem Überblick auf, sondern läßt sehr einfühlsam die Menschen sprechen.

Madras - ein enzyklopädisches Lexikon über Martinique. Die 5te Auflage ist Mitte 1995 erschienen. Da steht alles, aber wirklich alles, drin. Adressen, Statistiken, Leute, Hotels, Restaurants, Geschichte auch noch vom kleinsten Nest etc. Wer auf Martinique leben will oder länger bleibt, kommt nicht ohne aus. Die vierte Auflage hat 120 F gekostet. Taschenbuch, naja: Über 700 Seiten, eher ein Taschenschrank.

Landkarten

Von beiden Inseln gibt es vor Ort bei den Touristeninformationen Karten. Für den Überblick sind sie auf Guadeloupe einigermaßen brauchbar, auf Martinique gut.

Das Institut Geographique National IGN gibt von allen französischen Inseln sehr gute Karten raus. Sie sind auf den Inseln genauso teuer, wie bei uns: 50-60 F. Es gibt sie im Maßstab 1:100.000 (Carte Touristique) und 1:25.000 (Serie Bleue)

Wer sie nicht im Buchladen oder im nächsten Kartenladen kriegt, kriegt sie per Post beim Institut Geographique National , service des ventes et editions, 107, Rue de la Boétie, F-75008 Paris 0033/1/42560668 oder 2, Av. Pasteur, B.P. 68, F-94160 St. Mandé 0033/1/43.98.80.20 fax 0033/1/43.98.80.31 telex ign smd 210 551 f, minitel 3615 ign.

In München hat der Geo-Kartenladen am Vikualienmarkt (Rosental 6, 80331 München, 089/265030 fax 089/263713) die IGN-Karten auf Lager und auch ansonsten eine hervorragende Auswahl an Karten und Reiseführern. Versand.

Mairs Geographischer Verlag, D-73760 Ostfildern (Kemmat), Postfach 3151 vertreibt ebenfalls die IGN-Karten. Versand.

Ein richtiges Kartenhaus, besser Landkartenhaus, gibt es in Stuttgart: Internationales Landkartenhaus, Schockenriederstr. 44, 70565 Stuttgart 0711/78893-40 oder -54 (fax). Sie verschicken auch alle Karten.

Für Guadeloupe braucht man die IGN-Karte 1:100.000, wenn man länger als drei Tage bleibt und nicht nur die Riesen-Touristikattraktionen machen will, sonst verfährt man sich ständig. Evtl. ist eine Wanderkarte vom Süden von Basse-Terre, um den Soufrière sinnvoll. (Nr. 4605 G, da ist alles Interessante von der Route de la Traversée bis zum Soufrière-Massiv drauf. Es fehlen die Monts Caraïbes, was schade ist.)

Für Martinique kann man auf eine Karte verzichten, die kostenlos verteilten sind ein Abdruck der IGN-Karte 1:100.000 in unterschiedlicher Qualität. (Eine Anmerkung: Bisher waren die verteilten Touristenkarten "carte routiere" Abdrucke der IGN Karte. Aber offenbar hat da jemand eine ähnliche Sache wie in Guadeloupe vor: In manchen recht neuen Auflagen wird die Karte speziell für die Werbekunden gestaltet. Da werden dann sehr viele kartographischen Infos weggelassen oder stilisiert, damit die Werbung besser erkennbar ist. Wenn das häufiger auftritt, kann man den Tip vergessen. Diese Werbekarte taugt nix.) Höchstens eine Wanderkarte vom Norden ist interessant, wenn man nicht das vom ONF herausgegebene Kartenset mit französischer Beschreibung kauft, das etwas genausoviel kostet. Das Set besteht aus Einzelkarten mit Bildchen. So hat man einen Eindruck, wo man hinläuft, leider sind sie manchmal etwas doof auf der Karte plaziert. Beides ist aber verhältnismäßig unnötig, da die markierten Wege mit guten Hinweistafeln ausgestattet sind.

Sprache

Wer nicht fließend französisch spricht, ist mit einem Lexikon und Sprachführer sehr gut beraten. Eine deutsch/französische Grammatik ist auch hilfreich. Ganz ohne Französischkenntnisse sollte man nicht losziehen. Zum schnellen Lernen sind die Sprachkurse aus der "Kauderwelsch"-Reihe sehr hilfreich. Man lernt damit zwar nur ein rechtes Kauderwelsch, wird aber verstanden, und es geht sehr schnell. Gibt's mit Kassetten.

Die Langenscheidt-Sprachführer haben einen guten Vokabelteil für alle Lebenslagen, auch die Kassetten sind gut. Aber was die Auswahl der Instant-Sätze betrifft, frag' ich mich, wer denn heute noch solche Konversation führt. Arg überaltert.

Sonst?

"Chronoique - Laisse-moi te dire", von "Pancho", und ein zweiter, "Chronoique - Fais ça pour moi" ist ein Comic von den französischen Antillen über die französischen Antillen. Erschienen bei Editions Exbrayat, Morne l'Eventée Nº 5, Route de Balata, 97200 Fort der France, 596/646058, fax 596/647042. Kostet 39.90 F. Ist in den Buchläden vor Ort zu kriegen. Ein gut gemachter Cartoon über einige Ereignisse zwischen Oktober '88 und September '89, der hübsch ironische Einblick in den Alltag und die seelische Befindlichkeit der Leute gibt. Der Zeichner hat auch noch andere sehr gute Cartoons à la Seyfried gemacht, der neueste heißt: "Les interdits" 60 F. Französisch mit vielen kreolischen Ausdrücken.

Der Herausgeber ist ein dynamischer und sympathischer Mann, der u.a. auch für andere editorische Wohltaten verantwortlich ist: Daß es auf Martinique und Guadeloupe vergleichsweise wenig häßliche Postkarten gibt, geht auf sein Konto, ebenso die sehr schön gemachten botanischen Führer zu den tropischen Pflanzen, die allerorts angeboten werden.

Eine sehr gute Broschüre über Reisen in die Karibik gibt der Studienkreis für Tourismus und Entwicklung e.V. Kapellenweg 3, 82541 Ammerland/Starnberger See 08177/1783 heraus. Sie heißt "Karibik verstehen - für Kreuzfahrer" und enthält auf 48 DIN-A5 Seiten einen wirklich guten Einblick in die Lebensweise und Probleme der Menschen in der Karibik. 6.- DM Vorkasse in Briefmarken oder Scheck. Sie gehört zu den besten (Kurz-) Publikationen über die Karibik und ist wärmstens empfohlen.

Mise à jour, Les Pays de la caraïbe, Revue Trimestrielle d'information, - Zahlen, Adressen und alles was harte Fakten sind. Sehr hilfreich. Jeweils unter einem Hauptthema werden hier aktuelle Infos veröffentlicht, leider französisch.

Geld und Banken

Generell kann man sagen: Wer sehen will, wie ein Vorgang in der menschenmöglichen Mindestgeschwindigkeit abläuft, sollte hingehen. Martinique ist diesbezüglich schlimmer als Guadeloupe, daher dort auch ein extra Kapitel. (siehe ...)

Es gibt keine Information, man muß sich erst eine halbe Stunde anstellen (ist wahr!), bis einem dieser Mensch hinnuschelt, daß man am falschen Schalter ist. Unabhängig davon, ob es noch andere Schalter gibt. Bei keiner Bank gibt es alles, was man braucht, sog. "Fremdwährungen" in bar zu kriegen, ist ein teures Geduldspiel. Gerade bei so seltenen Währungen wie US$.

DM wechseln ist, als hätte man chinesische Silberschiffchen als Währung dabei. Offenbar hat noch kein Banker je einen 100 DM-Schein gesehen, jedenfalls zeigt er sich bei jedem erneut lange Zeit sehr interessiert. Der Service ist einfach bodenlos. Wer die Zustände in Frankreich kennt, kann sich ein Bild davon machen, wenn er alles, was schlecht ist, mit 10 oder einer beliebigen höheren Zahl multipliziert. Eine Angestellte in der Crédit Agricole hat es geschafft, eine geschlagene halbe Stunde zum Wechseln von 100 US$ in F zu brauchen. Kein Wunder, wenn die erste Telefonbank in Frankreich so ungeheure Zuwachsraten hat.

Beim Umgang mit Bankmenschen ist zu bedenken, daß sie sich enorm privilegiert dünken. Erstens haben sie einen festen Job, was sie über ein Drittel ihrer Mitmenschen hinaushebt, und der ist obendrein recht gut bezahlt. Gekündigt wird nicht. Schließlich werden alle wesentlichen Entscheidungen in Paris getroffen, und das ist weit. Entscheiden können oder wollen ist keine Eigenschaft, die gefragt ist. Warten können und Ärger vermeiden ist dagegen äußerst gefragt. Die Bankangestellten wirken also auf den "Bittsteller" noch schlimmer als Beamte beim Sozial- oder Ausländeramt in Deutschland.

Es ist ärgerlich, wenn das Zahlungsmittel, das man hat, nicht genommen wird. Eine gute Lösung ist es, vor allem bei längeren Reisen, alles mögliche mitzunehmen, so man hat. Irgendwas wird immer genommen.

Banköffungszeiten siehe "Wann geht nix". Da US$ fast überall in den Häfen angenommen werden, ist es nicht nötig, sofort nach der Ankunft eine Wechselstube zu finden. Das ist aber recht einfach, und wesentlich billiger.

Bargeld

Mitnehmen! Francs sind die Währung. Nur Kreuzfahrttouristen zahlen in US$, sehen aber auch so aus. Achtung bei den Preisen, auch wenn bei Touristen der Eindruck vorherrscht, mit "Devisen" (US$) sei es billiger. Nachrechnen hilft. Auch der Franc ist eine harte Währung. Nicht selten hat der Kaufmann Probleme mit dem Umrechnen oder ist sehr großzügig mit dem Kurs. Die Tatsache, daß die Preise in US$ ausgezeichnet sind, deutet darauf hin, daß man sich in einem Touristenladen befindet. Vielleicht erst einen kleinen Stadtbummel machen und nachrechnen.

DM kann man überall wechseln, sieht man von der Nerverei dabei ab. Leider geben die vermaledeiten Banken die günstigsten Kurse. In den Wechselstuben zahlt man mindestens 5% drauf. Manchmal frage ich mich aber, ob es das nicht wert ist. Es wird behauptet, daß örtliche Geschäftsleute und Ladenmenschen gerne "schwarz" tauschen. Sie nehmen dann den Kurs aus der Zeitung. Warum sie das tun, ist mir völlig unklar, vielleicht wegen der Steuer, jedenfalls betrügen sie offenbar nicht häufig dabei.

Währungen: (Im gesamten Bereich)Tip: Wer von oder nach Dominika, St. Lucia - oder anderen Inseln mit EC$ kommt - kann erstens dort recht billig Tickets für Flüge und Fähren kaufen, zweitens beim Tauschen erfreuliche Kursgewinne machen.

Kreditkarten

Sind eine tolle Sache. Auch wenn man sich gründlich mit dem Geldbedarf verschätzt hat, kommt man noch an Bares, ohne Formulare etc.

Am tollsten sind natürlich die Automaten: Man kommt an Geld, ohne eine Bank betreten zu müssen! Mit Geheimzahl holt man genauso einfach Bares wie bei uns. Als am zuverlässigsten haben sich die Automaten der Crédit Agricol herausgestellt. Sie geben einem maximal 1.800 F pro Abhebung, mit meiner Karte etwa zweimal pro Woche. Sie funktionieren verblüffend oft, im Vergleich z.B. zu den Automaten der Banque National de Paris (BNP). Vorteil: Man zahlt den Devisenbriefkurs, der trotz Provision (meist 1-1.5% auf den Kurs, mindestens ca. 10-15 DM) wesentlich besser ist als der Kurs für Sorten (Scheine). Mit Karte abzuheben ist wegen der Automatengebühr (je nach Bank 10-15 DM) teurer, als mit Karte zu zahlen.

Meist gibt es ein unteres Limit für Abhebungen, wenn man in die Bank geht (grob etwa bei 400-500 DM) - nicht ärgern, es entspricht meist der Mindestprovision für die Kartenfirma, so daß es immer noch günstiger ist, nicht benötigtes Geld zurück oder in US$ zu tauschen.

Auf den französischen Inseln erleichtert man die Kommunikation, wenn man nicht fragt, ob sie Euro- oder Visa-Karten nehmen, sondern nur, ob sie carte bleu (sprich: kate blö) nehmen. Wenn ja, schluckt der Automat oder Ticker auch die anderen. Sonst beschwört man nämlich große Verwirrung herauf: Die Banken nehmen höchst ungern Schecks hors place, also jene, die nicht von lokalen Banken stammen. Dazu zählt auch der Euro-Cheque. Daher meinen die Leute, das gälte auch für Kreditkarten und wollen sie nicht. Das ist aber Unsinn. Die Leute kriegen ihr Geld schon.

Achtung: Mittlerweile sind sehr viele der alten RitschRatsch Geräte gegen elektronische Abfragen ausgetauscht worden. Das kann die freundliche, aber bestimmte Meldung "Bitte rufen sie ihre Bank an" zur Folge haben. Dann gibt's kein Geld. Es kann einem also passieren, daß man, z.B. wenn die PIN dreimal falsch am Automaten eingetippt worden ist, auch im Laden nichts mehr kaufen kann. Automaten zum Entsperren deutscher Karten gibt's nicht. Man muß an seine Bank faxen. Vorher zu Hause Limits klären, evtl. Fax-Nummer der eigenen Bank aufschreiben. Karte nie einem Bankmenschen in die Hand geben, wenn der Automat spinnt. Sie neigen dazu, einfach mal was einzutippen, und nach dreimal ist der Laden dicht. Und rechtzeitig Geld holen, denn manchmal streikt das Bankpersonal oder die Banken sind aus unerfindlichen Gründen geschlossen oder der Automat mag die Karte nicht oder...

Achtung: Wenn man das receipt unterschrieben hat, ist das, als ob Bares über den Tisch gegangen sei. Die Kreditkartenfirmen streiten ungerne, wenn es ihnen nichts bringt. Sie buchen also gnadenlos alles vom Konto ab, wofür sie einen Beleg mit Kartenabdruck und Unterschrift bekommen haben. Auch wenn man betrogen worden ist, kümmert sie das wenig. Sie verweisen einen an den Händler. Also: Erst Ware, dann Unterschrift. Belege aufheben und nie blanko unterschreiben. Anders liegt die Sache bei Mietautos. (Siehe dort)

Schecks

EC-Schecks sind offenbar auf den französischen Antillen halbwegs gängig. Man kann bei großen Banken (sic.) die Garantiesumme von 1400 F abheben. Paß und EC-Karte sind zum Einlösen nötig. Hat man kaum eine Stunde gewartet, bekommt man gnadenhalber das Geld.

Da die Franzosen und auch die Landsleute auf den Antillen Schecks gewöhnt sind, trifft man häufig auf das Schild: cheques horse de place ne sont pas acceptées. Es werden also nur lokale Schecks angenommen, aber die Aufmachung von Euroschecks ist so gut, daß sie oft trotzdem angenommen werden. Fast immer kann man einen Scheck über die ganze Summe ausstellen, außer in Banken.

BNP und Crédit Agricol verhalten sich auch bezüglich Euroschecks halbwegs wie eine echte Bank. Trotzdem nicht das ideale Zahlungsmittel. Manche Automaten nehmen manchmal die Euroscheckkarte. Aber eher selten. Merkwürdigerweise oft, wenn die Kreditkarte nicht genommen wird. Das Abbuchen eines EC-Schecks vom heimischen Konto kann mehrere Monate in Anspruch nehmen.

Travellerschecks werden in Touristenläden meist angenommen, ansonsten je nach Glück. Sie sind aber nur mit Vorbehalten ein brauchbares Zahlungsmittel: Die Wechselstuben nehmen zwischen 5 und 10% Kommission, auch bei Schecks die auf Franc lauten. Die Banken langen ebenfalls zu, manchmal sogar unverschämte 30%!!! (Banque des Antilles am Place de la Savane/Martinique). BNP nimmt in Franc ausgestellte Travellerschecks zum Nennwert. Angeblich tut das Crédit Agricol auch, manchmal nehmen sie 10 F pro Scheck. Am ehesten sind Travellerschecks in Franc brauchbar. Es hilft ein wenig, die Bank, von der man in Europa die Travellerschecks kauft, nach einem Merkblatt mit gebührenfreien Einlösestellen zu fragen. Manchmal läßt sich der Schaltermensch dann davon überzeugen, die Schecks doch zu nehmen und die Gebühr zu vergessen.

Postsparbuch

Klappt, abgesehen von der Warterei. Da man eh maximal 1000.- DM pro Tag abheben darf, sollte man das auch gleich tun.

Man kann bis zu 1000.- DM täglich und maximal 2000.- DM pro Kalendermonat abheben. Mindestbetrag sind 200.- DM, ab da in 100.- DM-Schritten, solange noch etwas auf dem Konto ist. Ausbezahlt wird ausschließlich in Franc und zu einem brauchbaren Kurs. Wenn Ausweiskarte und Sparbuch getrennt aufbewahrt werden, kann ein Dieb nichts damit anfangen, obendrein ist zur Auszahlung der Paß nötig.

Damit ist das Postsparbuch eine gute und diebstahlssichere Möglichkeit Geldreserven mitzunehmen. Denn solange man das Geld nicht abhebt, bringt es ganz normal (mickrige) Sparbuchzinsen. Für Leute, die länger dort bleiben wollen, ist es dringend empfohlen, da es als Beweis der eigenen Kreditwürdigkeit dienen kann.

Wer mit der Post einen extra Vertrag (3000 Plus) schließt, bekommt mehr Zinsen, solange mehr als 3000.- DM auf dem Konto sind, das Postsparbuch funktioniert weiter normal.

Abheben kann man an den Postämtern:

Guadeloupe: Pointe-à-Pitre : Hauptpost (Principal) Boulevard Hanne 83.48.09

Martinique: Fort-de-France RP, Rue de la Liberté (Am Hauptplatz La Savane),

St. Anne, Rue de la Poste,

Trois Islets, Avenue de l'Impératrice Joséphine.

St. Martin: Marigot

St. Barthélémy: St. Barthélémy

Wann geht nix? (Allgemeine Öffnungszeiten)

Allgemein

Es gibt zwar offizielle Öffnungszeiten, meist sollten demnach die Geschäfte mittags und ab 18.00 Uhr schließen, trotzdem bekommt man Lebensmittel in kleineren Geschäften fast immer. Es scheint mir so, als wären auf Guadeloupe die Geschäfte häufiger und länger geöffnet. Sonntags oder an gewissen Feiertagen, vor allem in kleineren Orten, kann es sein, daß man ganz alleine auf der Straße steht. Nicht mal trocken Brot gibt's zu kaufen. Alles zu, alle am Strand.

Wer Lust hat, sich bei der Mittagshitze einen Einkaufsbummel zu verordnen, bekommt allgemeinen Touristenbedarf und Lebensmittel. Je nach Hitze sind mindestens die Hälfte der Läden geschlossen. Wenn Kreuzfahrt-Schiffe in relativ kleinen Orten anlegen, herrscht eine Art Ausnahmezustand, alle vom Chef selbst geführten Läden sind dann geöffnet, Straßenhändler kommen in Strömen. Die beiden Kreuzfahrthäfen in Pointe-à-Pitre und Fort-de-France sind groß, es fällt nicht ganz so auf. Aber es herrscht dann ein deutlicher Mangel an Taxis mit Taxameter.

Ansonsten wird Siesta gehalten, d.h. zwischen 12 Uhr und 14-15 Uhr sind die Geschäfte zu. Wegen der frühen Dunkelheit schließen die Läden auch recht pünktlich. Wenn man seinen Jet-Lag pflegt, hat man keine Probleme mit der morgendlichen Aktivität und morgens ist ein Stadtbummel am besten, weil es noch kühl ist.

Behörden und die kleinen Postbüros haben in der Regel nur Vormittags geöffnet (9.00 - 12.00 Uhr). Manche Banken und Postbüros haben auch am späteren Nachmittag geöffnet (15.00 - 17.00 Uhr). Es gibt Banken, die Samstag vormittag und/oder Freitag nachmittag offen haben.

Versicherungen und ähnliche Büros neigen dazu Mittwoch nachmittags geschlossen zu haben.

Museen haben meist von 9.00 - 17.00 Uhr durchgehend geöffnet und einen Ruhetag in der Woche. Am Sonntag wird oft eine Mittagspause eingeschoben.

Ganz was anderes sind die grand-surfaces, die Mega-Einkaufszentren am Stadtrand von Fort-de-France und Pointe-à-Pitre. Sie haben Mo - Sa von recht früh (7.30h/8.30h) bis ziemlich spät (21h/22h) und oft auch Sonntag (!) vormittag offen. Sie sind fast immer erheblich billiger als kleine Läden und haben als einzige Einkaufsquelle eine erfreuliche Auswahl an Produkten, gerade was frischen Fisch und Grünzeug angeht. Auch verzweifelte Nutella-Fans werden fündig.

Zu Adressen von 24h-Läden siehe bei den Inselteilen.

Einkaufen

Nicht alle Läden einer Kette haben die gleichen Preise. Beim Kauf von Sonderangeboten sollte man darauf achten, ob der Preis stimmt: Oft hängen riesige Schilder mit Superpreisen rum, aber die sind noch nicht in der Scannerkasse einprogrammiert. Werden sie auch nicht. Man muß was sagen, damit sie den richtigen Preis eintippen.

Ersatzteile und seltene Sachen

Braucht man etwas ganz bestimmtes, das nicht nur eine bestimmte Funktion erfüllen soll, sondern genau passen muß - ein Ersatzteil für's Segelboot beispielsweise - so kann man beim Einkaufen Probleme bekommen. Alles ist im Prinzip erhältlich, aber nicht immer auf Lager. Je nach persönlicher Einschätzung des Ladeninhabers sollte man darüber nachdenken, nicht beim Laden zu bestellen, sondern einen "Metro" zu finden, der kurz nach Frankreich zurückfliegt und das Teil in Paris kauft und mitbringt. Viele Geschäftsleute und Anwälte fliegen nämlich ständig hin und her. Das geht allemal schneller, als die Sache mit dem "klar bestellen (frz.: commander) wir, in zwei Wochen ist es sicher da...". Man wartet dabei nämlich u.U. eine kleine Ewigkeit.

Post & Kommunikation

Telefon

Das Telefon! Segen und Fluch der Menschheit, auf den französischen Antillen ist es überlebenswichtig. Daher auch die Nummern bei jedem Micro-Laden. Wer nicht ohnehin vorbeikommt und auch noch andere Möglichkeiten für den Rest des Tages hat, sollte vor einem Besuch anrufen (lassen). Wenn es nicht sehr häufig besuchte Geschäfte sind, ist sonst oft zu, wird gerade renoviert, die Tochter der Mutter des Chefs kriegt gerade ein Kind...

Telefonieren geht problemlos, sobald man ein funktionierendes Telefon gefunden hat. Es gibt viele Telefonzellen, auch ausreichend funktionierende. Auf den französischen Inseln trifft man dieselben Telefone wie in ganz Frankreich und braucht eine télécarte, denn nur äußerst selten nehmen die Teile Münzen an. Die Karten gibt es mit 50 (36,93 F) oder 120 Einheiten (88,63 F) bei vielen Läden, z.B. Tabakgeschäften oder bei der Post (Stand: Frühjahr 1995). In den Läden sind die Preise gerundet.

In den Telefonhäuschen hängen keine Telefonbücher. Auskunft: 12. Die Auslandsauskunft hat die Nummer 19-596-12-49 (für Deutschland, kursiv die internationale Vorwahl des gewünschten Landes ohne Nullen einsetzen). Man kann sie nicht von einer Telefonzelle aus anrufen, da sie was kostet (ca. 7 F).

Die Telefonhäuschen sind bescheuert. Sie sind fast immer so aufgestellt, daß sie schon früh morgens optimale Saunatemperatur haben (gottseidank sind ein paar türlos). Das Display hält einen für doof und läßt einen ewig warten: Heben Sie ab - legen Sie die Karte ein - Warten Sie - Wählen Sie - sic, endlich darf man; danach - legen Sie auf - ziehen Sie die Karte raus - heben Sie ab .... Wehe man macht irgendwas anders rum. Aber der Automat darf das: Die obige Reihenfolge passiert im erfreulichen, aber keineswegs normalen Fall, wenn das Fon funktioniert. Sonst kommt z.B.: Heben Sie ab - Legen sie auf - Heben Sie ab... Vorne in jedem Telefonbuch ist eine Bedienungsanleitung. Auch im Telefonhäuschen, das nicht unter die Vandalen gefallen ist, hängt sie, sogar in Englisch. Sie ist lesenswert, da die Telefone nicht ohne weiteres wie ein normales Telefon funktionieren. Es gibt z.B. eine Taste, um die Lautstärke zu regeln und leider auch manchmal um sie abzudrehen. Nicht bei allen Telefonen wird die Lautstärke nach dem Gespräch in den Normalzustand zurückversetzt. Der Nächste meint dann, das Fon sei kaputt. Dann gibt es eine Taste, um die Karte während des Gesprächs zu wechseln oder ohne dieses oben erwähnte Spielchen mehrere Anrufe hintereinander zu machen. Sie ist meist grün. Drücken, Karte nicht rausziehen und auflegen. Dann kommt nach einer Weile die Aufforderung numerotez = wählen. Nicht immer sind alle Tasten, die in der Bedienungsanleitung beschrieben sind, auch auf dem Telefon. Sehr viele Telefonzellen kann man auch anrufen. Die Nummer steht über der Bedienungsanleitung.

Vorwahlnummern:

Um von den Inseln ins Ausland zu telefonieren, wählt man 19, dann den Landeskenner (49 für Deutschland) und dann die Nummer, mit Vorwahl, aber ohne Null.

Nach Frankreich 16 und die 8stellige französische Nummer, für Paris wählt man erst die 1 und dann die 8stellige Nummer.

Zwischen Guadeloupe und Martinique kann man ganz normal die Nummer wählen.

Andere karibische Inseln wählt man mit 19-1-809 und die jeweilige siebenstellige Nummer.

Von Deutschland nach Martinique 00596 (für Martinique) oder 00590 (für Guadeloupe) und die sechstellige Nummer. Eine Minute kostet in Tarifzone 3 (die teuerste Zone) 3,22 DM. Für jede Einheit darf man 4, 42 Sekunden reden.

Die Telekom bietet die T-Card an. Mit deutscher Vermittlung und einigen Service-Leistungen wie etwa einer Sprachbox, die zu einer gewissen Zeit eine Nachricht an einen anderen Anschluß übermittelt. Jedes Gespräch mindestens 3.- DM Verbindungsgebühr, andere Zeittakte und Gebühren.

Minitel

Minitel ist eine Art Btx auf französisch. Es funktioniert schon ziemlich lange und brauchbar, im Gegensatz zu unserem Btx. Es hat aber die gleichen Krankheiten: Elendig langsam, und man zahlt oft nach Zeit oder per Seite. (Bis so eine Seite aufgebaut ist, unglaublich...) Daher finden sich oft auch nur wenige Informationen auf einer Seite. Es gibt einiges an Nepp.

Trotzdem: Wer was bestellen will oder reservieren, oder genau bestimmbare Infos braucht, kann die öffentlichen Terminals benutzen. Sie finden sich auf den Hauptpostämtern. Nummern habe ich im Text angegeben, soweit ich welche gefunden habe.

Öffentliche Terminals finden sich in jedem einigermaßen großen Postamt, also zumindest in der Hauptpost in Fort-de-France und Pointe-à-Pitre. Man zahlt für die Verbindungsdauer die normalen Telefongebühren und zusätzlich das entsprechende Anbieterentgelt. In der Regel kann man mit Münzen zahlen.

Auch über T-Online, die Neuauflage des alten Btx der Post, gibt es einen Zugang.

Briefe & Pakete

Ein Standardbrief von den Inseln nach Paris dauert drei bis vier Tage, in deutsche Großstädte fünf Tage, in die Provinz etwa eine Woche. - Wenn unterwegs nicht gerade jemand streikt, was vorkommt.

Briefe aus Europa zu den französischen Inseln mit der Bemerkung "France" oder zusätzlich "DOM Martinique/Guadeloupe" versehen. Für Briefe aus den U.S.A. ist hinter dem Namen der Insel die Abkürzung W.I. für West Indies sinnvoll. Man sollte klar machen, ob man nach Dominika schreiben will oder in die Dominikanische Republik.

Es gibt eine Gebührenübersicht bei jedem Postamt (französisch, aber relativ verständlich aufgemacht).

Ein Brief von den Antillen nach Europa (außer Frankreich) kostet bis 20g 5.10 F, bis 50g 9.50 F, bis 100g 15.20 F. Briefe (20g) von Deutschland kosten 1.- DM (Stand: Sommer 1995).

Postpakete sind schrecklich teuer. 1 kg von den französischen Antillen nach Europa kostet 123 F, 2 kg 215 F, 5 kg 505 F. Weihnachten gibt's Sondertarife von den Inseln in die Metropole. Luftfracht kostet - je nach Anbieter und Gewicht - etwa die Hälfte, aber Empfänger und Absender müssen beide zum Flughafen laufen (Stand: Sommer 1995).

Radio, Fernsehen, deutsche Zeitungen

Es gibt zahlreiche Radiosender und einige Fernsehsender. Der Kurzwellenempfang ist bemerkenswert mies. Möchte man bei der Insellage gar nicht glauben. Wer ohne die Wellen von zu Hause leidet, sollte einen guten Empfänger mitnehmen. Ein mittelbilliger Taschenweltempfänger bringt etwa das: Tagsüber ist unter 10 MHz alles tot, drüber hüstelt es, außer RFO, so vor sich hin. Nur in der Zeit nach der Dämmerung ist was los, dann läßt sich die Deutsche Welle gut empfangen (49m-Band, 6085 kHz? bzw. 6145 kHz; auf Martinique besser ins 41m und 31m Band hören). Am lautesten dröhnt der Auslandsrundfunk der Schweiz im 31m-Band etwa 9.9 MHz, natürlich Voice of America, BBC und die französischen Sender, RFO und Radio France International. ORF rauscht selten mal rum, der Empfang ist nicht überragend. Ansonsten einige Stationen aus Südamerika. Dagegen ist auf Mittelwelle den ganzen Tag einiges los. Auf etwa 930 kHz hat Voice of America zusammen mit BBC und Deutscher Welle einen Karibikservice, der rund um die Uhr die jeweiligen englischen Auslandsprogramme bringt. Um 600 kHz sendet RFO. Regionale Musiksender gibt's auch. In Elektronikläden gibt es allerlei Frequenzlisten zu kaufen, erwähnenswert über Kurzwellenempfang im allgemeinen ist "Hobby Kurzwelle" von Wolf Siebel.

Auf UKW gibt es viele Musiksender, ein paar Lokalstationen mit Meldungen und auf Martinique ein Touristenradio in Englisch. RFO 2 bringt (fast) Non-Stop brauchbare Musik. Auf Guadeloupe gibt's auch Musik, ansonsten ist es recht dünn.

Die "Auswahl" an deutschen Zeitungen ist klein. Es gibt den Spiegel, allerdings für satte 45 F, Bunte und Stern, die Welt, sehr selten die FAZ. Eher bekommt man englischsprachige Nachrichtenmagazine wie etwa Newsweek. Merkwürdigerweise findet man relativ häufig italienische Sportzeitungen. Beste Quelle sind die Flughäfen und Fort-de-France/Pointe-à-Pitre. Siehe aber auch bei den Inseln.

Strom

Netzstrom

Überwiegend haben die karibischen Netze die bekannten 220-230V 50 Hz. Es gibt aber im Prinzip alle möglichen (und unmöglichen) Stromnetze, und es gibt noch mehr verschiedene Steckdosen. Bleibt man auf den französischen Antillen, gibt es keine Probleme: 220-240 V 50 Hz, wie bei uns. Sehr viele relativ moderne Geräte, die in der EU verkauft werden, haben eine Kombination aus Schukostecker und französischer Norm, bei der die Schutzerde ein Stift ist, der aus der Dose kommt. Sie passen damit in ganz Europa und - der EU sei's gedankt - auch auf den französischen Antillen. Nachsehen: wenn im Stecker ein Loch ist, paßt's.

Trotzdem eine Übersicht:Die meisten modernen Geräte lassen sich auf alle Spannungen einstellen und sind auch bei der Frequenz entweder tolerant oder einstellbar. Ausnahme: Billige zeitkritische Anwendungen, z.B. Radiowecker, die zählen dann zu schnell. Das Hauptproblem ist also, den Stecker in die Dose zu bekommen.

Neben den üblichen Adaptersets gibt es noch eine Do-it-Yourself-Methode, die ich bemerkenswert finde: Man montiert an ein kurzes Zwischenkabel mit europäischer Dose an alle zwei Drähte je einen Bananenstecker. Braun oder Schwarz sowie blau oder grün wollen Strom, an die die Bananenstecker montieren. Grün/gelb gestreift ist die Schutzerde, da kommt die Krokodilklemme hin. Man kann letztere weglassen, wenn das Gerät kein metallisches Gehäuse hat. Das paßt immer, wiegt nichts und ist billig. (Mein Verleger meint, daß das gefährlich sein könnte. Kann ich nicht finden. Man sollte halt nicht an blankes Metall der Konstruktion fassen und keine zwei linken Hände haben; aber vielleicht ist das schwierig.)

Alle Hotelzimmer haben wenigstens neben der Badlampe über dem Spiegel eine Dose - leider ist sie oft mit dem Schalter fürs Licht verbunden. Licht aus - Strom aus.

Akkus

Für NiCd-Akkus gibt es Solarladegeräte. Sie funktionieren auch in der billigsten Variante ganz vorzüglich. Am besten sind Ladegeräte mit sog. amorphen Solarzellen, die aussehen wie schwarze Glasscheiben. Damit lassen sich die üblichen Reisegeräte wie Radio, Walkman, Rasierer oder Taschenlampe gut in Gang halten. In die Sonne legen, aber nicht vergessen: Es regnet oft.

Batterien

Vor allem für Fotofans ein Problem. Relativ schwer, teuer und nicht immer leicht zu bekommen. Da Batterien ohnehin die Tendenz haben, immer im dümmsten Moment leer zu sein, empfiehlt es sich, eine Ersatzgarnitur der unüblichen Typen dabeizuhaben. Üblich sind Mignon-, Baby- und Monozellen, 9V-Blocks, 4.5V-Flachbatterien. Sie sind - in mehr oder minder guter Qualität - überall zu bekommen. Microzellen (AAA) gibt es auch recht häufig.

Wäsche

Auf den französischen Antillen gibt es ausreichend Waschsalons im amerikanischen Stil, für Selbstwascher, und Reinigungen wie bei uns, für die Bequemen. Ansonsten gilt: Die Leute sind selbst sehr bedacht auf ordentliche Kleidung. Man kann fragen, wer privat Wäsche mitwäscht.

Fotos & Film

Besser zuviel Filme mitnehmen, als zu wenig. Zur Not kann man sie vor Ort anderen Touristen verkaufen. In Touristenzentren und Pointe-à-Pitre oder Fort-de-France sind Filme und anderes Zubehör gut erhältlich, aber die Preise können sich mit denen der heimischen Discounter nicht messen. Wollen sie auch gar nicht. Negativ-Filme bekommt man in den großen Supermärkten zu akzeptablen Preisen.

Entwickeln geht problemlos, kostet aber auch problemlos ein Vermögen.

Da die Sonne gnadenlos brennt, hat man auch mit 100 ASA/21 DIN Filmen keine Probleme mit der Belichtungszeit, nichtmal, wenn ein Zoom drauf ist. Dafür stört die starke UV-Strahlung die Farben, besonders bei Dias. Ein UV-Filter sollte schon zum Schutz der Linse auf dem Objektiv sein, wer gerne Rot mag, kann einen Skylight-Filter draufschrauben, nichts anderes als ein schwacher UV-Filter mit einem sehr schwachen Rotfilter zusammen. Ein zirkularer Polfilter ist sehr gut: Die Bilder werden wesentlich farbiger, manchmal fast zu farbig - wie auf den Postkarten. Er vermindert drastisch den UV-Schleier und reduziert Spiegelungen auf glatten Flächen.

Im Urwald ist es relativ duster. Aber es ist wenig da, was sich schnell bewegen könnte, so daß auch hier der normale 100 ASA Film reicht. (Mein Verleger meint, daß Stillhalten nach einem Rumgelage schwerfallen würde. Tut es nicht. Wenn es doch tut, ist man a) im Urwald sowieso falsch, b) war die Dosis einfach zu gering. Im Ernst: Bei Blende 2.8 ist etwa 1/30 drin, reicht doch?)

Normalerweise gibt es kein Problem mit der Feuchtigkeit, allerlei Kram dafür kann man zu Hause lassen.

Obwohl immer wieder vor alten Gepäckröntgengeräten gewarnt wird, hatte ich keinerlei Probleme mit normal in der schwarzen Plastikdose transportierten Filmen (100 ASA). In der Regel haben die Sicherheitsbeamten ein Einsehen mit ängstlichen Touristen und lassen die Fototasche auf Bitte hin ungeröngt, aber wohldurchsucht.

Die besten Blicke hat man frühmorgens. Wer Panoramen fotografieren will, muß früh raus. Später wird es enorm dunstig - da hilft auch kein Filter mehr. Morgens ist die Chance, einen hübschen Regenbogen zu sehen, sehr gut.

Wer tauchen und fotografieren will, sollte alles nötige Equipment mitbringen. Bei uns sind druckfeste und wasserdichte Kleinbildkameras mit eingebautem Blitz zu relativ erschwinglichen Preisen zu bekommen. Auf den Inseln gibt es sie auch, aber wesentlich teurer, und die Auswahl beschränkt sich in der Regel auf ein Gerät. Die Kamera sollte bis 50m Tiefe wasserdicht sein, auch wenn man nicht so tief tauchen will. Bewegungen unter Wasser lassen auch schon bei geringeren Tiefen so manche Dichtung undicht werden. Ohne Blitz geht nix, schon nach wenigen Metern Wassertiefe wird auch bei strahlendem Sonnenschein das Licht schlecht. Die Farben der Fische kommen aber erst bei guter Beleuchtung zur Geltung. Wer ein Unterwasservideogerät mitnimmt, sollte weder an Lampen noch an den Akkus sparen. Videokassetten gibt's in allen Größen und Spieldauern. Die Optik der Linsen ist durch das Wasser verändert, dadurch kann es zu unscharfen Bildern kommen.

Auf dem Tauchboot wird sehr leicht alles naß. Ein wasserdichter Beutel (z.B. von Ortlieb) vermeidet Katastrophen, zumindest beim Ein- und Aussteigen. Wer auf dem Boot Fotos machen will, sollte sich darüber klar sein, daß die Tauchboote meist recht klein sind und von den Wellen ganz schön rumgeschubst werden. Tauchen dann Delphine auf und macht der Tauchlehrer heftige Wendemanöver, um die Fotofreunde in eine gute Schußposition zu bringen, wird garantiert jeder Fotoapparat naß. Durchsichtige Fotobeutel mit klarer Filterscheibe sind für Spiegelreflexkameras eine billige Variante, um vor Spritzwasser sicher zu sein. Ein halbvoller Luftballon in gut sichtbarer Farbe kann helfen, die Kamera und anderen Kleinkram (Daypack!) wieder aus dem Wasser zu fischen. Wegen des guten Wetters eignen sich wasserdichte Wegwerfkameras ("Film mit Linse" z.B. Kodak oder Fuji) für Erinnerungsbilder - für mehr aber nicht, die Qualität ist unbefriedigend.

Bitte: Es nervt wirklich, wenn man an einem schönen Stück Erde wohnt und dauernd kommt jemand vorbei, grinst, sagt was Unverständliches und fotografiert einen dann. Die Leute sind Touristen gegenüber sehr aufgeschlossen - vor allem Deutschen! - aber sie mögen eben keine Spanner. Sie haben natürlich keine Angst vor dem Fotografiert-werden, sondern sogar meist selbst einen Fotoapparat. Es ist nett und einfach, höflich zu bleiben. Oft kommt ein nettes Gespräch dabei heraus. Marktfrauen werden so oft genervt, daß sie manchmal zurücknerven. Es sind schon Leute mit Gemüse beworfen worden, die Trefferquote soll gut sein.

Es gibt einige sehr gute und auch billige Bücher von Filmherstellern (z.B. Kodak), wie man gute Urlaubsbilder macht. Meist in Form von Gut/Schlecht Gegenüberstellungen. Sie sind alle gut und zur Schonung der Augen von Entwicklungslaborangestellten und Nachbarn, die die Dias angucken müssen dringend empfohlen.

Ärger und Wut! (Belästigungen und Gefahren)

Alle, die ich gefragt habe sind sich einig: Die meisten Europäer kriegen nach etwa drei bis vier Wochen einen Kulturschock, unabhängig von der Hautfarbe, auch Kinder von antillischen Eltern. Oberflächlich betrachtet, meint man in einer Art europäischem Exotika zu sein, in Wirklichkeit ist man halt auf den Antillen. Das ist tückisch, weil man sich europäisch verhält, und auch meint, allen Grund dazu zu haben. Alle anderen reagieren aber irgendwie anders als erwartet.

Was tun? Die Antworten reichen von heimfahren bis Rum-trinken-und-abwarten. Offenbar scheint das Problem nach spätestens sechs Monaten gegessen zu sein, egal was man macht - aber vielleicht sind dann nur die meisten schon heimgefahren.

Probleme:

Alles geht wahnsinnig langsam. Aber die Leute versprechen meist nichts ins Blaue hinein, man kümmert sich schon, es braucht nur Zeit. Manchmal mehr, als der Tourist hat.

Alles geht recht "afrikanisch": Provisorien, halbe Sachen, daß etwas so richtig fertig ist, ist eigentlich eher Zufall oder ein Europäer, der seine Verzweiflung abgearbeitet hat...

Informationen zu bekommen, verlangt Fingerspitzengefühl: Auf eine klare Frage gibt es nicht unbedingt eine klare Antwort, und wenn doch, so ist sie meist unerwünscht: Nein, gibt's nicht, oder geht nicht. Zeit lassen, nett sein. Nichts über's Knie brechen wollen.

Adressen rauszubekommen, ist eine grauenhaft zeitraubende Sache. Ruft man z.B. in einem Gîte an und fragt nach der Adresse, so bekommt man eine halbstündige Erläuterung, während der man schrecklich viel über die Gegend erfährt, über die Gewohnheiten der Leute etc., aber eine brauchbare Wegbeschreibung kommt nur unter Schwierigkeiten dabei raus. Eine richtige Adresse, die man auf einer Karte findet, oder die wenigstens die Leute in der Nähe kennen: Fehlanzeige. Das liegt unter anderem daran, daß solche Adressen tatsächlich recht rar sind, meist geht es tatsächlich nicht anders: Was tun mit einem Ort, der 4 km entlang einer Straße verstreut ist, wenn es keine Hausnummern gibt? Da hilft nur die Beschreibung "am schweinchenrosa Haus mit den gelben Blumen links im Hinterhof" - aha. Oft lohnt es sich trotzdem, der Beschreibung nachzufahren. Man muß zwar ständig weiterfragen, findet in der Regel aber doch hin.

Bedingt durch die Bauweise der Häuser ist alles sehr hellhörig. Da es ja nie kalt wird, dafür oft heiß, haben alle Häuser Tropenfenster. Das große Fenster ist in kleine Scheiben aufgeteilt, die sich schwenken lassen. Aber richtig zu kriegt man sie nicht. Effekt: Man hört alles. Und es gibt ungeheure Mengen von Autos, Mofas ohne Auspuff, krähenden Hähnen und Hunden und - nicht zu unterschätzen - Nachbarn. Wer da empfindlich ist, braucht Ohrstöpsel oder wird wahnsinnig.

Die Leute haben häufig große Schwierigkeiten, sich vorzustellen, daß es Menschen gibt, die nicht schon eine Ewigkeit an diesem Ort wohnen und die Sprache nicht perfekt beherrschen. Es hilft nichts: Alles erklären lassen, alles buchstabieren lassen, alles so lange fragen, bis es einem wirklich klar ist. Meistens kommen die Leute nach einer Weile auf eine einfachere Idee, weil sie das Erklären leid sind. Man muß alle halbe Minuten drauf hinweisen, daß man Ausländer ist, dann bremst sich der Redefluß für die nächste halbe Minute wieder etwas. Das ist alles nicht böse gemeint, es fehlt halt am Einfühlungsvermögen, aber das kommt mit der Zeit. Erfreulicherweise haben die Leute aber auch die Geduld, die ganze Prozedur mitzumachen.

Eigentlich sind die Leute meist nett und hilfsbereit. Sie sind aber oft genervt von den "Touristen", die wie Paschas reinkommen und alles wollen, und das auch noch schnell und billig. Gerät man auch nur in die Nähe dieses Images, ist man verloren und hat wirklich allen Grund sauer zu sein. Dann schikanieren sie einen nämlich so richtig.

Eine vernünftige Methode, damit umzugehen, ist: Reinkommen, guten Tag sagen, lächeln, warten, bis man gefragt wird. - In schlimmen Fällen, anfangen zu erzählen. Oft haben die Leute rasend wichtige Telefongespräche zu machen, zu ratschen oder Fernsehfilme zu gucken oder so. Geht man dazwischen, gibt's nicht, was man braucht. Ganz einfach; auch wenn's deutlich sichtbar rumsteht. Wer nach fünf Minuten (länger als man glaubt) noch nicht gefragt worden ist, kann gehen, da gibt's nix. Der Chef ist nicht da, kein Kleingeld, kein Schlüssel, schon verkauft o.ä.

Nach Begrüßung ein Weilchen freundlich ratschen und dann den armen Kerl nicht mehr loslassen. Das Telefon klingelt immer und sie gehen, mitten im Gespräch, dran. Nur Zeit und Geduld helfen weiter. Hektik macht die Leute allergisch, denn alle Europäer sind hektisch. Wer den Eindruck erweckt, er hätte alle Zeit der Welt, braucht nur die Hälfte.

Ausnahme: Banken. Gleich zum Schalter gehen, sich bei allen entschuldigen und sehr deutlich fragen, komme was wolle. Dann erst anstellen, dann aber geduldig.

Es gibt massive Probleme mit Vereinbarungen und Verträgen zwischen "Schwarzen" und "Weißen" (In Wirklichkeit: zwischen europäisch denkenden und antillisch denkenden Leuten.). Das wird von beiden Seiten beklagt. Für den Touristen sieht das so aus: Man hat alles arrangiert und ist sich einig, hat vielleicht schon bezahlt und möchte nun z.B. einziehen. Dann hat sich der Preis geändert, oder dies und das und jenes ist nicht im Preis inbegriffen, oder irgendeine Phantasiesteuer ist zu bezahlen. Das muß nicht gleich passieren, das kann sich, z.B. im Falle einer Wohnung über mehrere Etappen hinziehen. Ich weiß nicht, was man da machen kann. Schriftliche Verträge helfen wenig, sie werden nach Gutdünken ausgelegt. Manchmal hilft es, den Leuten zu erklären, daß man nicht, wie sie meinen, ultrareich ist. Es ist die Mühe wert und hilft öfter als bei uns. Manche Europäer kalkulieren gleich mit einem Preis, der 50% höher ist, als der ausgehandelte, andere machen riesigen Zoff. Wirklich effektiv ist garnix, denn auch wenn man zahlt, hört der Ärger nicht auf. Vielleicht muß man wirklich den Draht suchen, auf dem man kommunizieren kann.

Tabus und Tu's

Mitteleuropäische Höflichkeit ist auch auf den Antillen nie falsch, sie wird eigentlich vorausgesetzt. Gerade bezüglich Kleidung ist zuviel fast nicht möglich. Wer mit Beamten zu tun hat, sollte - so vorhanden - seinen sozialen Status, auch Ausbildung, dezent zur Schau stellen und sich auch entsprechend verhalten. Damit sind verblüffende Erfolge zu erzielen.

Nacktbaden: Man kann mit gewisser Duldung rechnen. Hier ist Oben-Ohne-Baden nicht völlig verpönt. Am hoteleigenen Strand und in der Nähe von Touristenzentren ist es eher möglich, als "auf dem Land". Auf Guadeloupe scheint man toleranter zu sein, als auf Martinique. Dort gibt es eine ganze Reihe von richtigen FKK-Stränden. Die Leute haben wohl vor dem Ansturm schon resigniert. Trotzdem: Sie sind nicht begeistert. Wenn Kinder in der Nähe sind oder sein könnten, ist es ein nono. Die Kultur ist bäuerlich, damit kann man sich abfinden - oder halt Ärger haben.

Um festzustellen, was als normal gilt, kann man sich an dem Verhalten von einheimischen Leute - der Einfachheit halber: der schwarzen Frauen - orientieren: Wer sich so verhält und kleidet, erregt wenig Aufsehen und Ärger. 30% Abweichung sind als Touristenbonus noch drin, danach wird's ein anthropologisches Experiment. (Ähm: Die Insel ist kein Zoo, es gibt halt europäische Einflüsse und ich frage mich, warum man sich - abseits der normalen Familienstrände - anders verhalten sollte als sonst.) Abgesehen davon: Bei angemessenem Verhalten ist der Ärger eher begrenzt. Wie immer, wenn sich Ärger aufbauscht, den man nicht durch Flucht beenden kann oder mag, empfiehlt es sich, klar zu machen, aus welcher Situation heraus man handelt oder - wenn man kann und mag - es halt auszuprobieren.

Angriffe: Der extrem grimmige Blick, den manche Jugendlichen drauf haben, ist vor dem Spiegel eingeübt und normalerweise harmlos. Kräftig anlachen und ruhig bleiben hilft in den meisten Fällen. Trotzdem kann es in Problemgegenden (vor allem Lamentin/Martinique oder Abymes-Stadt/Guadeloupe, aber eigentlich alle Sozialwohnungskästen; "La Mangrove") zu Problemzeiten richtig dick Ärger geben. Problemzeiten sind Feierabend und Wochenende, wenn die Tageszeit für einen ordentlichen Blutalkoholgehalt ausreicht, etwa ab 13 Uhr. Wenn sie mal angefangen haben, schlagen die Jugendlichen ohne Gnade zu, bis der Gegner Matsch ist. Wer keine Schlägereien mag, sollte sehr kühl bleiben und sich schleunigst verdrücken, sobald die Situation aggressiv wird, in schlimmen Fällen in Häuser oder Lokale flüchten und sehr laut um Hilfe rufen und/oder Leute direkt um Hilfe angehen. Die Passanten verhindern meist ein Blutbad. Die Polizei kann man getrost vergessen. Die Polizisten sind nicht mutig. Es gibt eine Menge Leute, die sie als ausgesprochen feige bezeichnen und damit nicht weit daneben liegen. Mehr als ein legasthenisches Protokoll bringen sie nicht zustande.

Fotografieren: Eigentlich sollte man nie jemanden gegen seinen Willen fotografieren. Fragen kostet höchstens eine Kleinigkeit und tut nicht weh. Mit etwas Gefühl kann man mit Teleobjektiv auf öffentlichen Plätzen wohl schon unauffällig fotografieren.

Behörden

Am besten Kontakt vermeiden und die Papiere in Ordnung haben. Ist man selbst gut drauf und relaxt und läßt dem armen Würstchen seine kleine Macht (ggf. auch ein wenig Geld oder so - vooorsichtig!), dann kommt man prima zurecht. Verblüffend, was einem alles an Papieren fehlen kann, ohne daß es Ärger gibt.

Braucht man wirklich was - oder hat zu offensichtlich geschummelt - wird's schwierig. Vielleicht hilft ein Anwalt, bauen würde ich nicht drauf. Man kann sehr gut mit den Behörden auskommen, wenn man einen guten Eindruck macht und menschlich alles paßt, aber das Risiko, ordentliche Probleme zu bekommen, ist da. Wie gesagt: Gehe nicht zum Ferscht wenn de' nicht gerufe' werscht. (= Süddeutsche Redensweise: Gehe nicht zum Fürsten, wenn Du nicht gerufen ...) Ansonsten siehe carte de séjour.

Hinweise für Frauen

Auf den französischen Antillen kann frau sich recht ungestört bewegen. Am Strand wird ziemlich viel angebaggert. Die Männer sind halt ziemliche Gockel.

Die Tatsache, daß die Anzahl der Verurteilungen wegen Sexualdelikten in den letzten Jahren rapide gestiegen ist, liegt vor allem daran, daß frau sich mehr traut, die Polizei einzuschalten. Oft handelt es sich um Fälle unter Nachbarn und innerhalb der Familie.

Böses habe ich teils von den Segelbooten gehört: Offenbar betrachten einige Skipper den Besitz eines Bootes als unbegrenzte Jagdlizenz. Es scheint aber wenigstens ein Weilchen zu klappen, wenn man vorher klarstellt, was läuft und was nicht. Trotzdem: Frau sollte sich seelisch auf Konflikte einstellen und grundsätzlich Vorbereitungen treffen, am nächsten Hafen das Boot zu verlassen. Das heißt konkret: Mein Paß bleibt bei mir, und mein Geld, Ticket etc. auch.

Erschaudern läßt das Statement eines Skippers, der seine Mitreisende (immerhin im Hafen) vor die Alternative stellte, entweder gefügig weiter mitzureisen oder auszusteigen, da er nach Venezuela fahre: Dort reiche das Winken mit ein paar Dollars, um die schönsten Frauen zu kriegen. Weia.

Ansonsten sollten die allgemeinen Vorsichtsmaßnahmen helfen. Vor allem sind die Leute hilfsbereit, gerade wenn einer von den Gockeln sich in seiner Ehre verletzt fühlt.

Jobs

Die französischen Antillen sind die Ausnahme in dieser Ecke der Welt. Hier ist legal leben und arbeiten als Ausländer nicht ganz schrecklich schwierig, sondern nur schwierig. Denn es dürfen alle Bürger der EU Arbeit aufnehmen. Eine carte de séjour ist aber trotzdem nötig. (Siehe dort) Hat man schon eine Vollzeitstelle gefunden, so ist die carte de séjour in der Regel nur eine Formalität.

Normalerweise sind die üblichen Hilfsarbeiten drin, d.h. viel Arbeit bei schlechtem Lohn. In der Hochsaison helfen oft Touristenbetriebe weiter. Ansonsten ist es schwierig. Festanstellungen mit den üblichen Sozialleistungen sind sehr schwer zu bekommen. Kein Wunder bei 30% offizieller Arbeitslosigkeit. Es sei denn, man hat die entsprechende Ausbildung, spricht fließend französisch und das Zeugnis ist anerkannt (und man findet jemanden, der einen damit noch angemessen zahlen kann...). Anerkannt ist der Abschluß bei allen staatlichen Hochschulen mit Pendant in Frankreich; bei privatschulischer Ausbildung - auch Fachakademien! - ist es zum Teil schwierig. Recht passabel geht es - der Sprachkenntnisse wegen - im Tourismus und als Lehrer. Für eine Stunde Sprachunterricht (1 Person - privat, keine Rechnung) sollten minimal 100 F drin sein. Standard liegt um 200 F. Im Winter (Hochsaison) kann man gut Führer von Exkursionen werden, wenn man wenigstens verständliches Französisch (für den Unternehmer) zustande bringt, gut (!) englisch und deutsch spricht (für die Touristen, deren Trinkgeld oft den halben Lohn ausmacht). Überlebensfähige Französischkenntnisse sind einfach unerläßlich.

Die üblichen Sekundärtugenden wie etwa Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, einigermaßen brauchbares Aussehen etc. sollte man mitbringen, auch wenn der Rest des Unternehmens sie nicht pflegt.

Achtung: Ich habe einige Leute getroffen, die hart gearbeitet haben, aber meinten, sie kommen zu nichts: Das Leben ist halt sauteuer und der Lohn sehr karg. Die Neigung, Ausländer in ungesicherten Beschäftigungsverhältnissen auszunutzen, ist genauso ausgeprägt wie bei uns.

Abgesehen davon ist die Arbeitslosigkeit ohnehin sehr hoch. Wie schon erwähnt: je nach Situation und Person, die die Zahlen gerade braucht, wird die Arbeitslosenquote zwischen 30 und 50% angegeben, sie ist jedenfalls völlig unerträglich hoch. Ohne außerordentliche Kenntnisse dürfte man wenig Chancen haben.

Obendrein ist Mobbing sehr beliebt und wird mit großem Eifer und ohne Rücksicht auf Verluste (des Chefs) betrieben. Das Klischee ist, daß die bösen Europäer kommen und den armen Negern die gut qualifizierte Arbeit wegnehmen. Das heißt, daß die Probleme noch nicht vorbei sind, wenn man eine Arbeit gefunden hat. Neben den üblichen Anfangsschwierigkeiten kommt noch hinzu, daß man sich erst eine gesicherte Position erkämpfen muß.

Bei den Patrons (Chefs) sind zwei Strategien beliebt: Entweder, auf einer der Qualifikation nicht entsprechenden Position einzustellen und schnellen Aufstieg sowie alles Blau des Himmels zu versprechen, oder, erst mal eine "stage" (Praktikum) anzubieten, ohne Geld. Beides führt zu erhöhter Arbeitsleistung bei wenig Geld. Oft sind die Versprechen nicht sehr viel wert. Verhandeln, sich unentbehrlich machen.

Wo wohnen?

Vorher anrufen lohnt so richtig, wenn man nach 15 Uhr dran ist. Wenn die Telefonnummer besetzt ist, ist sehr oft auch das Hotel, Gîte etc. besetzt. Der Eigentümer macht sich nicht mehr die Mühe, dran zu gehen. Das Geschäft ist eh' gelaufen.

Hotelbetten: Man kennt sie aus mediteranen Ländern, die Lakensandwich- oder Briefumschlagbetten. Zwei eingeklemmte Laken, drüber eine dünne Tagesdecke, dazwischen klemmt sich der Tourist. Man gewöhnt sich dran. Beruhigend zu wissen, daß die Franzosen mit unseren freifliegenden Decken völlig überfordert sind. Ihnen haut nachts immer die Decke ab.

Aircondition: Meist amerikanische Einzelklimaanlagen, für jedes Zimmer eine. Die meisten Urlaubserkältungen kommen von Ventilatoren und Airconditions. Laut sind sie obendrein. Überflüssiger Luxus, solange man nicht arbeiten muß.

Hotels

In den letzten zehn Jahren sind die Hotelkapazitäten derart massiv ausgebaut worden, z.T. auch wegen steuerlicher Anreize, daß es wirklich kein Problem mehr ist, ein Zimmer zu finden. Häufiger dürfte das Problem sein, es auch bezahlen zu können. Aber auch hier ist die Tendenz klar: Die Kapazitäten in allen Preislagen werden weiter ausgebaut.

Am billigen Ende wird's dünn; nicht eigentlich dünn, richtig tot wird es da. Auch ein ziemlich abgewracktes Hotel ist noch ganz schön teuer. Unter 20 DM, auch bei längerem Aufenthalt, habe ich in den französischen Antillen nichts Menschenwürdiges gesehen. Es ist aber meist wesentlich teurer, schlecht zu wohnen. Um die 60 F bei längerem Aufenthalt, um die 120 F bei einer bis wenigen Wochen, um 200 F tageweise liegen die zumutbaren Grenzen. Privat kann man 20% abziehen. Wenn man ein netter und handwerklich begabter Mensch, mit großer Lust auf soziale Kontakte jeder Art ist, zahlt man zwar denselben Preis, hat aber einiges an Vorzügen: Die Wäsche ist plötzlich gewaschen, das Abendessen fertig, das Auto repariert und man wird an Freunde etc. weitergereicht...

Abends, vor allem wenn man spät dran ist (ab 19 Uhr), läßt sich gut handeln. Oft gibt es Buisness-Preise (Tarif Professionell, für Geschäftsreisende) oder Preise für Einheimische (Tarif Residentiell) auf die man sich beziehen kann. Ein netter Plausch kann hier durchaus lukrativ sein. Bei den Geschäftsreisenden wollen sie die Carte Professionell, den Berufsausweis, sehen. Reden, erklären. Sowas gibt's bei uns nicht, irgendwas anbieten. Wohlgemerkt: Es kann besser sein, in ein mittel- bis sehr teures Hotel zu gehen und zu handeln als in ein billiges.

Es scheint recht sinnvoll, sich bei französischen Reisebüros nach Pauschalarrangements für die ersten paar Tage umzusehen. Man ist dann zwar mitten im Touristen-Ghetto, hat aber erstmal Luft, um was zu suchen, und die Preise sind nicht ganz so gesalzen.

Gîtes de France

Gîtes de France sind eine in Frankreich übliche Art der Ferienwohnung. Es gibt sie auch auf den französischen Antillen. Sie werden meist wochenweise, teils auch nur für eine Nacht vermietet. Teils ist Frühstück inbegriffen. Manchmal liegt die Ferienwohnung auf dem Grundstück, auf dem auch der Vermieter wohnt, manchmal sind es richtige Ferienanlagen mit Verwaltung in der Nähe. Die Preise pro Woche liegen bei 1100 - 2500 F in der Hauptsaison und ab 800 F den Rest des Jahres. Die Wohnungen liegen fast alle außerhalb der Stadt und sind optimal für eine Gruppe zwischen drei und zehn Leuten. Vor allem die schönen und billigen sind in der Hauptsaison meist ausgebucht, so daß es sinnvoll sein kann, von zu Hause aus zu buchen. Es gibt auf beiden Inseln jeweils einen Prospekt (auf Martinique mit Bildern) und Beschreibungen aller Gîtes. Adressen bei den einzelnen Inseln.

Zentrale: Fédération nationale de Gîtes Ruraux de France, 35, Rue Godot-de-Moroy, Paris 0033/1/47.42.20.20 (diese Adresse wird in Martinique angegeben) oder 0033/1/49.70.75.75 fax 0033/1/49.70.75.76 (diese Adresse krigt man in Guadeloupe) Minitel 3615 Gîtes de France. Für Guadeloupe gibt's einen extra Service: Minitel 3615 GIT GUASLA

Privat

Privat wohnen geht, auf Martinique allerdings wesentlich schlechter als auf Guadeloupe. Leute fragen. Verhandlungsgeschick und Geduld sind ziemlich dringend nötig, da man oft mit den Leuten wirklich unter einem Dach wohnt. Jedenfalls eine prima Möglichkeit, die Leute wirklich kennen zu lernen. Leider habe ich auch Reisende getroffen, die das nachher gar nicht mehr wollten...

Kleinanzeigen sind inhaltlich fast immer völlig unergiebig. Man erfährt gerade mal die Insel und die Telefonnummer. Auch am Telefon wird es selten richtig ergiebig, man muß vorbeischauen. F 2 heißt zwei Zimmer, F 3 drei Zimmer, Studio ist ein Zimmer mit Wasser und Kochgelegenheit, manchmal ein echtes Appartement. Villa ist ein normales Haus, Pavillon de (grand) standing eine Villa. Maison individuelle ein normales Beton-Klötzchen ohne Mitbewohner.

Klarstellen, was alles im Preis inbegriffen ist, vor allem, was das Mitbenutzen von Bad und Kühlschrank/Küche angeht. Hier lauern viele Überraschungen. Manchmal wird einem angetragen, daß man sich bekochen lassen könne. Kann toll sein, kann aber auch nur teuer sein.

Camping

Auf den französischen Antillen gibt es ausreichend Campingplätze im französischen Stil: billig, hübsch gelegen. Die Einrichtungen wie Dusche, Wasser, Toilette fehlen aber oft oder sind sehr rudimentär. Dafür fehlt auch oft der Kassierer.

Camping kann sehr sinnvoll sein, wenn man ein Wohnmobil mietet: regendicht und transportabel. Man sollte eines mit Klimaanlage mieten, denn sonst ist es zu heiß um im Wohnmobil zu schlafen.

Ansonsten halte ich Camping für keine überzeugende Idee: Durch die gewichtsmäßige Beschränkung beim Fluggepäck bleibt nicht viel Komfort. Dafür muß das Zelt aber ziemlich regendicht sein. Auf Guadeloupe regnet es entschieden zu oft. An den Stränden im Süden von Martinique kann man sich niederlassen. Dort regnet es selten, keine Einrichtungen, aber Traumlandschaft. Da kann man - ohne jeden Komfort, aber recht billig - ein Weilchen leben.

Es gibt einige wenige Firmen, die Leihwagen mit Campingausrüstung vermieten. Sie verlangen meist nur eine Kaution und ein paar Mark mehr für's Auto. Das lohnt sich finanziell, wenn man zu mehreren unterwegs ist. Man kommt überall hin und muß das Zeug nicht schleppen. Auf manchen Campingplätzen gibt es ebenfalls Ausrüstung zu mieten, oft in grausligem Zustand.

Götterfunken (Was unternehmen?)

Die Sonne, der Strand und das Meer! Alles ganz toll. Entsprechend kann man alles machen, was mit Wasser und Strand und Rum zusammenhängt. Außerdem ist Wandern ausgesprochen toll. Es gibt viel zu entdecken ...

Auf Guadeloupe ist man eher auf "modernen" Fremdenverkehr eingerichtet, d.h. alles wirkt professioneller. Aber alle zur Zeit gängigen Sportarten lassen sich auch auf Martinique ausüben. Da muß man halt Leute fragen, ggf. auch begeistern.

Hier ist nur ein Überblick gegeben. Die Adressen und genauen Orte sind in den jeweiligen Kapiteln - vor Ort - genannt.

Wassersport und Segeln

Baden und Strände sind im jeweiligen Inselkapitel abgehandelt. Bei Wassersport geht generell alles, wenn man Geld hat: Wasserskifahren, Jet-Ski, Segeln, Surfen, Motorbootfahren... Jet-Ski sind eine Art Motorrad für's Wasser; ein kleines Boot mit Wasserstrahl-Antrieb, auf dem man aufrecht steht und sich an einem Lenker fest hält. Das ist nicht ganz einfach, bei manchen Piloten kostet es soviel Konzentration, daß sie nicht mehr kucken, wohin sie brausen. - Als Schwimmer etwas obacht geben. Jet.Ski fahren ist eine tolle Sache zum ausprobieren, etwas teuer vielleicht.

Segeln in der Karibik ist herrausragend gigantisch. Vielleicht die beste Methode die Gegend zu bereisen.

Tauchen und Schnorcheln

Wer sie zum ersten Mal erlebt, ist platt: Karibische Unterwasserwelt. Man muß nicht ewig weit fahren, um im meist recht klaren, warmen Wasser die Standardkollektion an Fischen und kleinen Korallen, Krebsen, selten auch Seepferdchen etc. zu finden. Manchmal kommt man sich vor wie in einer Kalenderblattidylle. Schnorcheln kann man an sehr vielen Stellen. Vor Ort fragen, wo schöne Plätze sind. Die Leute geben oft prima Tips, und ich habe sicher nicht annähernd alle herausgefunden.

Als Faustregel gilt: Je Fels, desto besser - je Sand, desto schlechter - je Strömung, desto gefährlicher, aber mehr und größere Fische. Besser mit Gerät, Lehrer und Boot! In der Nähe der Brandung, ist die Sicht mieser und oft stört der sedimentierende Sand die Korallen beim Wachsen. Aber teils finden sich erstaunliche Fische.

Ich habe den Eindruck, daß morgens das Wasser klarer ist, oft sind auch die ersten zwei Meter unter der Wasseroberfläche trüb, drunter ist es aber ganz klar. Sichtweiten von 50 und mehr Metern sind sehr häufig. Auch aus Tiefen von 30 Metern sieht man die Oberfläche.

Wer sich gesund fühlt, sollte es unbedingt mal probieren. Es ist eine völlig neue Welt & Erfahrung. Die muß man nicht im Schwimmbad machen oder in einem trüben langweiligen See, wo man schon mal da ist. Auch und gerade für Leute im Rollstuhl oder sonstwie wenn bewegungsbehinderte Menschen ist Tauchen prima. Die Tauchschulen, die ich ausprobiert habe, haben sich sehr erfreulich verhalten.

Tauchen ist nur gefährlich, wenn man sein Hirn im Boot vergißt. Gerade in der Karibik kann man völlig problemlos das ultimative Taucherlebnis haben - ohne sich dabei umzubringen. Wichtigste Regeln: Nie die Luft anhalten, wenn man die Tiefe verändert. Ist man tiefer als 10 Meter, nie sofort auftauchen. Ausnahmsweise wird unter Wasser einem Menschen hirnlos vertraut: dem Tauchlehrer.

Alle noblen Hotels haben Tauchschulen, sie pilzen auch andernorts ziemlich üppig aus dem Boden. In der Regel ist alles so, wie man es sich wünscht. Das kostet halt. Die Preise - aber auch Ausrüstung und Lehrer - sind auf internationalem Niveau. Über den Daumen gepeilt etwa 20 US$ pro Tauchgang.

Als Neuanfänger für den Kurs Niveau 1 um die 1500 F rechnen, dafür gibt's ein Büchlein Theorie, die Leih-Ausrüstung und etwa 6-7 Tauchgänge. Ein Tauchgang für lizensierte Taucher kostet um die 200 F. Wer öfter oder länger da ist, kann auf 120 F runterkommen.

Fast immer ist der Tauchgang auch ohne Ausbildung zu machen, eben als Schnuppertauchgang (= Baptême, Taufe). Diese Tauchgänge kosten manchmal etwas mehr, wer aber über 250 F zahlt, ist selber schuld. Dabei sollte man sich nichts vormachen: Tief kommt man nicht, wenn der Lehrer was taugt, und die ersten paar Mal ist man ausreichend mit dem Gerät und sich selbst beschäftigt, von der Umgebung nimmt man nicht mehr allzuviel wahr. Aber toll ist es halt doch.

Es gibt verschiedene französische Tauchvereinigungen, die etwas unterschiedliche Bedingungen für die Lizenzen haben, im wesentlichen sind sie gleich und entsprechen den internationalen Standards. Für die karibischen Gewässer ist das Tauchen in geringen Tiefen meist völlig ausreichend, da bis zu höchstens 20m das meiste los ist und auch die Farben ohne Lampen noch sehr schön sind. Tiefer hat es eigentlich nur Sinn, wenn man ein Wrack antaucht.

Eine dichte Akku-Lampe und einen dichten Fotoapparat dabeizuhaben ist sehr zu empfehlen. Ansonsten braucht man höchstens noch eine Uhr, aber es gibt einige Tauchschulen, bei denen die Uhr im digitalen Tiefenmesser mit drin ist. Das Wasser ist ausreichend klar, so daß man keinen Kompass braucht, Tiefenmesser hatten alle von mir getesteten Tauchschulen. Ich habe es nicht erlebt, daß die Tauchlehrer beim Deko geschlampt haben, eher im Gegenteil. (Der Computer sagt seit zehn Minuten ok und man hängt immer noch auf 3m, weil es der Lehrer sagt. Sic.)

Die Tauchschulen legen großen Wert auf gute Ausbildung und verlangen u.a. ein qualifiziertes medizinisches Tauglichkeitszeugnis. Die Untersuchung für dieses Zeugnis ist - nach den Richtlinien des deutschen Tauchlehrerverbandes (VDTL) - ziemlich umfangreich. Neben anderen Untersuchungen ist ein Belastungs-EKG (ziemlich anstrengend), ein Lungentest und vor allem die Untersuchung der Ohren (Druckausgleich) nötig. Das heißt, man sitzt einen ganzen Nachmittag beim Arzt, daher rechtzeitig einen Termin machen. Das deutsche Zeugnis wird ohne weiteres anerkannt, wenn es übersetzt vorliegt. Auch nicht übersetzt wirkt es beeindruckend: Soviele Zahlen und Diagramme...

Das Logbuch, das der VDTL herausgibt, enthält auch ein Gesundheitszeugnis. Alle Angaben, auch die deutschen Tests, sind in sieben Sprachen abgedruckt, so daß es auch in der ganzen Karibik keine Sprachprobleme mehr gibt. Infos: Verband Deutscher Tauchlehrer, Postfach 106403, Hamburg

Die französische Version des Gesundheitszeugnisses lautet:

Controle médical pour la plongée

(Name, Wohnort und Geburtsdatum) a passé aujourd'hui chez moi, le controle médical pour la plongée sous marine. Elle/Il a les possibilies d'adaption à l'effort et le degré d'entrainement pour plonger. (Unterschrift und Stempel des Arztes)

Deutsch (Grauenhafte Übersetzung - so nicht verwenden - sie soll nur einigermaßen wörtlich den französischen Stil rüberbringen, damit der Doktor weiß, was er da unterschreibt):

(Name, Wohnort und Geburtsdatum) hat heute bei mir die medizinische Kontrolle zum Gerätetauchen bestanden. Sie/Er ist körperlich grundsätzlich geeignet und auch ausreichend trainiert, um den Anstrengungen des Tauchsports standzuhalten.

(Unterschrift und Stempel des Arztes)

Wenn man sowieso schon beim Arzt ist, sollte der Zusatz "et pour tous les autres sports aussi, sauf ..." nicht fehlen (und für alle anderen Sportarten ebenso, außer...). Nach den Pünktchen die medizinisch nicht erlaubten Sportarten einfügen. Ein solches Gesundheitszeugnis verlangen alle Sportunternehmen, so hat man es.

Praktisch alle Firmen machen wenigstens zwei Tauchgänge pro Tag, einen gegen neun und einen gegen zwei. Da der Chef meist selbst taucht, ist der Anruf kurz vor diesen Zeiten angebracht, danach hat man mehr die Gelegenheit zu sonderbaren Telefonerlebnissen, z.B. mit der kreolisch sprechenden Freundin, dem Nachbarn, Anrufbeantworter oder der Putzfrau zu sprechen. Am besten ist es, einfach kurz vor den Tauchgängen vorbei zu kommen. Denn telefonisch sind die Gesten, mit denen das Englisch verdeutlicht wird, nicht zu sehen, und Preislisten am Telefon durchzusagen, ist langweilig. Und man sollte sich doch den Menschen angucken, der einem im Notfall das Leben retten soll.

Wer ernsthaft tauchen lernen will, sollte ein Büchlein in Deutsch mit der Theorie mitnehmen. Die üblichen Lexika und Tauchlehrer sind mit der Übersetzung der Fachtermini überfordert. Wenn man weiß, was es ist und wozu es taugt, kriegt man auch die passenden Vokabeln zusammen. Die erforderliche theoretische Prüfung muß man in Französisch ablegen. Dabei bemerkt man das völlig hirnlose französische Schulsystem: Nicht verstehen, auswendig lernen.

In Deutschland wird Nachttauchen allgemein als gefährlicher und daher nur für schon geübte Taucher sinnvoll angesehen. Auf den französischen Antillen kommt man schon mit Niveau 1 auch des Nachts unter Wasser. Es ist der Tip! Wer irgend kann, sollte es probieren. Es ist himmlisch! Schon die Taucher mit ihren Lampen sind ein Augenschmaus, dann ist nachts halt viel mehr los, alle Fische sind bei der Nahrungssuche, sogar die sonst so trägen Seeigel sind heftig am Rumwandern. Langusten, Oktopusse und Tintenfische sind häufig zu sehen. Dazu kommt noch, daß man sich nur auf den Punkt konzentriert, auf den die Lampe gerichtet ist. Dadurch sieht man viel mehr und die Farben sind prächtig.

Wale und Delphine gucken

Die Chancen, daß man Delphine vom Schiff aus sieht, sind gut, vor allem im karibischen Meer begleiten sie immer wieder Boote. Organisierte Touren, die zu Plätzen fahren, an denen immer wieder recht sicher Wale oder Delphine zu sehen sind, gibt's selten. Damit ist man auf Guadeloupe oder Dominika besser dran als auf Martinique. Wer aber sowieso Hochseefischen geht, sollte den Kapitän fragen. Vor Dominika wohnen ein paar Wale, manche Tauchclubs fahren in die Richtung.

Ein Veranstalter auf Martinique: Carib Scuba Club, Villa Populo Bel Event, Morne Verte/Carbet 55.59.44 (Dieser Veranstalter bietet alles an, was irgendwie interessant ist. Wer wenig Zeit hat und viel Geld, der kann sich hier sicher alles organisieren lassen.)

Surfen

Wellenreiten geht auf Guadeloupe recht gut, auf Martinique trifft man sehr selten Leute an der Atlantikküste, vor allem bei Marigot am Strand Anse Charpentier. Siehe dort. Leihbretter habe ich nicht gesehen.Um Wellenreiten zu lernen soll die Gegend toll sein, da die Wellen des Atlantik sehr gleichmäßig kommen und an den flachen Stränden lange auslaufen.

Windsurfen geht überall da ausgezeichnet, wo Lagunen sind. Man steht bis zu den Oberschenkeln im warmen Wasser und kann den ganzen Tag versuchen auf dem Brett zu balancieren. Der Wind ist immer perfekt. In der Regel sind dort auch massenhaft Verleiher von Brettern und dem sonst nötigen Equipment. Im Guadeloupe sind die Hauptzentren bei den Badeorten Gosier, St. Anne, St. François. Auf Martinique um St. Anne und bei Vauclin. Siehe dort.

Wandern und Bergsteigen

Auf den französischen Antillen gibt es massenhaft gut ausgeschilderte Wege und auch organisierte Touren. So man nicht fußlahm ist, sollte man unbedingt wandern gehen. Wer den Regenwald nicht angesehen hat, hat was verpaßt. Auf Guadeloupe gibt es eine ganze Reihe kurzer Wege, die auch sehr schön sind. Man kann sich aber auch richtig die Hacken ablaufen, es gibt sogar eine Tour quer durch Basse-Terre, die eine Woche dauert.

Beim Wetter muß man etwas aufpassen, wenn man auf die Gipfel will. Berge sind Regenfänger und das merkt man spätestens, wenn man auf einen besonders hohen steigt: Sicht Null, Regen, Nebel, Schlamm. Die jährliche Niederschlagsmenge erreicht auf dem Mont Pelée/Martinique und dem Soufrière/Guadeloupe nahezu 10.000 mm. Bei Nebel und miesem Wetter in den Höhenlagen sieht man nix und die Gefahr ist groß, sich in einer kleinen Spalte den Fuß zu brechen oder in eine größere zu stürzen. Einen mittelmäßig erfahrenen Bergfreund dürfte das nicht erstaunen. Man muß halt mit ein wenig Hirn durch die Gegend laufen, dann ist das Ganze reizvoll und ungefährlich.

Etwa um Ostern, wenn es am trockensten ist, kann man gut auf die höheren Berge steigen. Vor dem Abmarsch viele Leute fragen, ob das Wetter hält, früh losgehen.

Habitationen

Es gibt eine ganze Reihe alter Gutshöfe zu besichtigen. Sie waren früher Zentrum des wirtschaftlichen Lebens der Inseln. Die Vielfalt der noch zu besichtigenden Höfe ist enorm: Viele waren im Laufe der Zeit mit der Produktion von allem möglichen beschäftigt, so daß auf einem Gelände die Reste der Herstellungsanlagen für Zucker-, Rum-, Maniok-, teils auch Kaffee- und Kakao- (vor allem auf Guadeloupe) und seltener sogar Indigo-Produktion zu sehen sind. Teils waren sie spezialisiert und haben nur eine Sorte von Produkten hergestellt. Ein geringer Teil produziert heute noch, ein Teil ist idyllisch völlig zerfallen. Die Qualität schwankt arg, die Eintrittspreise liegen immer zwischen 20 und 40 F. Aber ein Höhepunkt in einem Tagesausflug ist so eine Besichtigung allemal!

Wen Geschichte interessiert, und wer sich nicht von manchen allzu merkwürdigen Darstellungen ärgern läßt, der sollte mehrere verschiedene Höfe besuchen, die Vielfalt ist beeindruckend und sehr interessant.

Standard scheinen mittlerweile der schöne Park mit Schildern an den Bäumen und die zweisprachigen Schilder (französisch und englisch) zu sein. Immer gibt es einen Laden mit Postkarten und Touristenkram, manchmal auch mit Rum, Honig und anderen Produkten, oft zu vernünftigen Preisen. Dann natürlich das Herrenhas, allerdings nicht immer von innen zu besichtigen, da teils noch bewohnt, und die alten Anlagen rundrum. Eine geführte Tour kann sehr viel interessanter sein, als einfach so rumzustapfen, denn vieles ist nicht so ohne weiteres erkennbar.

Vor allem auf Guadeloupe werden organisierte Halb- oder Ganztagesaufenthalte geboten, die mit Mittagessen erheblich teurer sind (ein Tag um 300 F), aber nicht schlecht.

Zu den Habitationen zählen auch die Rumdestillen. Ein Besuch lohnt.

Die Firma Saint James/Martinique wirbt am heftigsten für ihr Musée du Rhum in Saint Marie 69.30.02, geöffnet Mo - Fr 9-17 Uhr, Sa 9-13 Uhr. Man darf probieren. Auch die anderen Firmen bieten Besichtigungen an, sie sind bei den jeweiligen Orten genannt.

Am lohnendsten ist so ein Besuch natürlich, wenn gerade Rum hergestellt wird. Das ist in der Zeit nach der Zuckerrohrernte der Fall, also ab Februar bis Mitte Juni. Kaum zu übersehen, denn die Zuckerrohrfelder gleichen dann kahlen Wüsten.

Touren

Gerade organisierte Tages- oder Kurztrips können ein ganz tolles Erlebnis sein. Manchmal sind sie die einzige Möglichkeit, bestimmte Sachen ohne eigenes Boot zu sehen. Da die Gruppen oft sehr klein sind, findet man schnell Kontakt zu Mitreisenden und auch der Führer ist oft ein ganz besonders netter Mensch, mit Freude an seiner Arbeit und viel Wissen. Tagestouren liegen, je nachdem, um die 20 - 50 US$. Fragen, ob Verpflegung inklusive ist, das sieht man nicht unbedingt am Preis. Notration trotzdem mitnehmen, vor allem Trinkwasser. Dann muß man sich nicht ärgern, wenn eine 0.3l Mineralwasserflasche 1 US$ kostet und in der Verpflegung nur eine einzige Flasche für den ganzen Tag inbegriffen ist. Dafür gibt's Rum meist im Übermaß.

Hier gilt ganz besonders: Vor Ort fragen. Vor allem andere Reisende können einem gute Tips geben oder warnen. Das gilt besonders für örtliche Anbieter, die sonst schwer einzuschätzen sind. Alle Veranstalter, die mir - egal wie - aufgefallen sind, sind mit Telefonnummer und Adresse genannt. Es entstehen aber ständig neue. Ausgefallener Nepp ist mir nicht aufgefallen, es scheint eher so zu sein, daß einige Veranstalter ihr Hobby zum Beruf gemacht haben.

Man kann sich einem Veranstalter als Helfer andienen. Das bringt als Job wenig, aber sehr viele Beziehungen und kostenlose Rundfahrten. (Siehe Jobs).

Sonstiges

Golf wird in der Karibik gerne gespielt, es gibt eine ganze Reihe von Plätzen. 18-Loch-Plätze gibt es auf Guadeloupe, Martinique und den US Virgin Islands. Sie sind voll auf Touristen eingestellt, und das Leihen von Ausrüstung ist kein Problem. Die beiden Plätze auf Martinique und Guadeloupe liegen so schön, daß man gerne das Golfspielen anfangen möchte. Leider sind sie preislich auf europäischem Standard. Es gibt auch spezielle Golf-Reiseanbieter. Siehe Pauschal-Anbieter.

Reiten kann man überall in der Nähe der Touristenzentren. In der Gruppe relativ unproblematisch, da die Pferde, wie bei uns Schulpferde sind. Alleine sollte man über ausreichende Kenntnisse verfügen. Anbieter findet man durchs Syndicat d'initiative. Soweit mir Reiterhöfe aufgefallen sind, sind sie genannt.

Hochseefischen: Boote mit Ausrüstung und Crew kann man wirklich überall mieten. Sie sind teuer. Vorher Ausrüstung ansehen: Einige machen's echt amerikanisch, mit tollem Boot und Rute, andere sehr traditionell mit Gommier-Boot und Außenborder. Natürlich gibt es keine Fanggarantie, aber die Erfolgsquote soll hoch sein.

Tennis: Viele Hotels haben Tennisplätze, die man auch benutzen kann, wenn man nicht dort wohnt. Leihschläger sind oft nicht toll, aber überall verfügbar.

Fitneß: Musculation - (neu)deutsch: Bodybuilding - ist ausgesprochen beliebt. Die Clubs funktionieren genauso wie bei uns auf Abo-Basis und sind daher für Touristen ungeeignet. Da helfen nur noch die hoteleigenen Anlagen oder Trimm-dich-Pfade, die es verblüffend häufig gibt.

Casinos: Gibt es auf beiden Inseln in den Mega-Touristenzentren: Trois-Ilets und Gosier. Ziemlich ausschließlich von Touristen bevölkert, trotzdem: Fliege besser als Krawatte. Smoking oder große Abendrobe ist ein Muß. Overdressed ist man sehr selten. Angenehm morbid-teure Atmosphäre im Salon.

Was essen?

Beide Inseln sind gut auf Tourismus eingestellt. Entsprechend viele Restaurants gibt es. Restaurants sind aber teuer und die Bedienung oft mehr in Trance als bei der Arbeit. Das Essen ist wechselhaft. Es gibt ausgesprochen gute Sachen, aber man zahlt auch ausgesprochen gut dafür. Meist ist das Prädikat "eingeschränkt genießbar" oder einfach "eßbar" angebracht. An lokalen Spezialitäten sollte man nicht allzuviel erwarten. Es gibt ein Standardrepertoire, das aber nicht herausragend gut ist. Dazu gehören nach Zutaten natürlich Meeresfrüchte aller Art: Langusten, Lambis-Muscheln und Fisch (ohne nähere Bezeichnung) und nach Zubereitungen Frikassee, Colombo (meist einfacher Curry-Reis mit irgendwas) und als Vorspeisen Bluff sowie Accras.

Die Gerichte werden wie in französischen Restaurants angeboten, also als Plat du Jour (Tagesgericht), als Menü oder à la carte. Wobei ein billiges Menü und ein Plat du Jour sich oft nur dadurch unterscheiden, daß beim Menü der Salat als Vorspeise gereicht wird und beim Plat du Jour auf dem Teller ist. Als extra und Nachspeise gibt's beim Menü dann noch einen Yoghurt, ein Stück Obst oder - in ganz billigen Fällen - nur einen Kaffee.

Zum Trinkgeld ist zu bemerken, daß der Text service compris angibt, daß die gesetzlichen 15 % Bedienungsaufschlag, die in Frankreich überall in Restaurants gelten, im Preis enthalten sind. Aber natürlich rundet man, wie bei uns üblich, den Betrag um etwa 5 % auf einen glatten Betrag, wenn einen die Bedienung nicht zu sehr geärgert hat.

Einen bebilderten Überblick über die besseren Restaurants gibt die Broschüre "Ti Gourmet", die es kostenlos beim Touristenbüro in Fort-de-France bzw. Pointe-à-Pitre und bei einigen Autovermietungen gibt. Das Ding - je eines für jede Insel wird auch tatsächlich für 30 F verkauft, was ich einen Hammer finde. Die Broschüre enthält natürlich nicht alle Restaurants, sondern nur die die für die Werbung gezahlt haben. Ich habe die Restaurants angegeben, die mir aufgefallen sind, pro Ort immer so, daß man nicht hungern muß.

Ein Problem beim Essen gehen ist, daß man sich an gewisse Zeiten halten muß, wenn man nicht in einem Touristenghetto gelandet ist. Sehr viele Restaurants haben irgendwann zwischen 15 h und 19 h geschlossen. Dann heißt es hungern. Sonntag Abend ist auch noch eine Problemzeit, fast alles ist zu.

Der Service ist - auch in an sich guten und teuren Restaurants - meist traurig. Schlafwandelnde Bedienung, die einem das Essen hinknallt, daß der Tisch wackelt, ewige Wartezeiten, kleine und große Unfreundlichkeiten etc. Cool bleiben, es ist nicht persönlich gemeint. Der Kunde stört nur die Ruhe, die sonst herrschen würde. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Man kann immer eine Karaffe Wasser (une caraffe d'eau, si'l vous plaît.) bestellen. Das ist Leitungswasser, kostet nix und ist fast immer gekühlt. Deswegen wird man auch nicht dumm angeschaut, die Franzosen machen das auch alle.

Alles, was französisch ist, gibt es. Bedingt durch die hohe Luftfeuchtigkeit ist das Baguette normalerweise labberig wie Toastbrot. Die Auswahl an Pasteten und Käsen ist recht gut, in den großen Supermärkten ist sie perfekt.

Die auf den Inseln lebenden Franzosen essen recht traditionell, eben wie in Frankreich. Es wird sehr lange gegessen, immer mit Vorspeise, Hauptspeise, Käse und Nachtisch. Es ist ein gesellschaftliches Ereignis. Schön.

Die Einheimischen kommen aus bäuerlicher Tradition, und so kochen sie auch. Hausmannskost, viel Fett, viele Kohlenhydrate, sättigend. Die hohe Schule der Küche ist das nicht, aber oft interessant und erfreulich. Manchmal kommt akute Armut hinzu, vor allem auf den nicht-französischen Nachbarinseln, z.B. Dominika und St. Luce. Daher sind auch die Zutaten billig und minderer Qualität. Wenn man eingeladen ist und die Leute schon ein wenig kennt, sollte man absprechen, was man mitbringt. Das hat für alle den Vorteil, daß sich auch Zutaten locker einplanen lassen. Ansonsten ist feiner Süßkram, der sich völlig ohne Aufwand genießen läßt, gut.

Was trinken?

Rum

Zum Rum im Allgemeinen, siehe oben, zu den Marken und als Mitbringsel, siehe "Was mitnehmen".

Martinique ist zu Recht besonders berühmt für seinen Rum. Es gibt ihn weiß oder braun, er ist zwischen 50 und 55% stark, angeblich gibt es ihn bis zu 64%. Rum aus Guadeloupe ist auch sehr gut. Auf Marie-Galante gibt es ihn normal sogar in 59%. Entsprechend sollte man vorsichtig sein beim Pur trinken.

Aber welchen soll man wollen? Es gibt ja soviele! Da muß man durch: Probieren.

Wer ansonsten gerne mal Cognac trinkt, der sollte ganz unbedingt alten Rum probieren, in der Weise, wie Cognac getrunken wird.

Ti'Punch

Der überall beworbene Ti'Punch (von petit = klein) ist ein ganz schöner Knaller. Ein paar Tropfen Zuckerrohrsirup, Rum und einen Schlitz grüne Zitrone. Ausdrücken, reinwerfen, umrühren. Fertig. Statt Zuckerrohrsirup wird meist einfach etwas brauner Zucker in den Rum gekippt. Manche Leute lassen Samstag Nachmittag alles bis auf den Rum weg. Entsprechend schauen sie dann auch aus. Das wird manchmal poetisch à la Plantation genannt, weil die Sklaven Rum so gekippt haben. Obacht, gefährlich!

Die Leute trinken ihren Rum übrigens warm, d.h. ohne Eis und in Zimmertemperatur. Der Grund ist mir nicht klar geworden, es gibt eigentlich genügend Kühlschränke.

Planteur

Der berühmte Planteur ist besser und länger verträglich. Ein Drittel Rum, ein Drittel Ananassaft, ein Drittel Orangensaft oder was sonst noch an Saft zu haben ist. Wenn man frische Säfte nimmt, kann's zu sauer werden, dann entweder mehr Ananassaft oder etwas Zuckerrohrsirup oder braunen Zucker dazu. Nett - weil rot - sieht etwas Grenadinensirup aus. In besseren Lokalen, und das scheint sehr sinnvoll, gibt's das Ganze in einem Glas mit zerstoßenem Eis. Dann schmeckt's besser, und die Gäste kippen nicht so schnell vom Stuhl. Hier verwenden auch die Einheimischen Eis.

Shrub

Shrub ist ein prima Weihnachtslilör. Er wird hergestellt aus Rum und Orangenschalen.

Wein, Bier etc.

Französische Weine sind überall erhältlich, ebenso europäisches Importbier. Beim Wein sollte es einen nicht verwundern, wenn sogar Rotwein mit Eiswürfeln serviert wird oder frisch aus dem Eisschrank kommt. Er ist halt Gebrauchswein zum Essen und kühl schmeckt er am Besten. Zimmerwarm wäre unerträglich lau und, mangels kühler Keller, kriegt man den Wein anders einfach nicht auf trinkbare Temperaturen.

Es gibt lokale Biersorten. Auf Guadeloupe ist es Corsaire, bitte und recht fade, auf Martinique ist es das Bier Lorraine aus Lamentin. Benannt ist es nach der gleichnamigen französischen Region. Speziell auf die Tropen abgestimmt, wie die Flasche sagt. Es ist gut trinkbar, aber nicht selten teurer als Importbiere. Es gibt eine Art lokales Guinness, das mit 7% vol. stärker als die irische Variante ist. Für Europäer sind Wein und Bier die beste Variante, Alkohol zu trinken. Mit dem Rum verschätzen sich die meisten schwer in der Dosis.

Fruchtsäfte

Es gibt frische Fruchtsäfte, aber nicht an jeder Straßenecke, und sie sind nicht so überragend, wie man das vielleicht von Südamerika gewöhnt sein mag. Das Angebot an lokalen Früchten ist halt recht klein. Jus frais, heißt nur, daß der Saft gekühlt ist. Jus pressé kann heißen, daß er frisch gepreßt wird, muß aber nicht. Man merkt's am Preis.

Erwähnenswert sind die abgepackten Säfte von Caresse Antillaise und Mont Pelée. Man kann sich fast sicher sein, daß man im Restaurant diese Säfte bekommt. Sie werden auf Martinique und Guadeloupe hergestellt, sind also local und ziemlich gut. Die Bezeichnung als Nektar (viel Wasser) muß einen nicht stören. Auch wenn die Leute ihre Säfte selber pressen, kommt einiges an Wasser rein, sonst hat man nämlich oft nur Fruchtmus und keinen Saft. Nur Ananas- und Orangensaft werden pur getrunken.

Shakes

In vielen Familien werden sie gemacht, in Lokalen habe ich sie sehr selten gesehen. Wer in einem Gîte oder privat wohnt, sollte nach dem Mixer (sprich: mixöörr) fragen. So geht's: Man füllt den Mixer mit verfügbarem grob geschnippeltem Obst auf. 2-3 Eßlöffel Zucker und Milch, viel Eis. Mixen, ggf. Zimt, Muskat und noch Zucker dazu. Fertig. Familien nehmen oft Milchpulver, richtige Milch ist besser. Mitbringen. Die exotischen Früchte aus dem Garten werden so zum tollen Getränk. Man kann den Shake auch in Becher füllen und tiefkühlen: Eis.

Was nach Hause mitbringen?

Zum Thema, was man nicht mit nach Hause bringen sollte, siehe oben bei "Umwelt- und Artenschutz". An bedenklichen Produkten werden vor allem Muscheln, Korallen- und Schildplattprodukte angeboten. Wenn der Zoll sie bei der Heimreise findet und es sich um geschützte Tierarten handelt, werden sie konfisziert und es ist mit einer Geldstrafe zu rechnen. Man sollte sich auch bewußt sein, was man mit dem Kauf dieser Produkte anrichtet: Letztlich die Zerstörung dieser einmaligen Naturwelt.

Vorsicht bei Antiquitäten und Bergegut vom Strand oder Tauchen. Hat man das höchst seltene Glück und man findet etwas, sollte man sich sehr still freuen. Die Behörden könnten bei der Ausreise der Ansicht sein, daß z.B. die Silberduplone ein schützenswertes Kulturgut ist. Dann ist sie weg und ein Haufen Geld wegen der Strafe auch. Vor (!!) dem Kauf von derartigem die Behörden fragen, bei teuren Sachen schriftliche Genehmigung einholen. Diese wird selten gewährt, häufiger ist, daß sich das ansässige Museum einen Platz zum Einmotten des neuen Ausstellungsgegenstands suchen darf, da enteignet wird.

Souvenirs und Mitbringsel

Ja mei: Alles, was peinlich ist, gibt's. Ansonsten Rum und Gewürze, auf Guadeloupe auch Kaffee. Erwähnenswert erscheinen mir die, seit neuestem immer häufiger angebotenen, Produkte der lokalen Küchen: Es gibt Honig, Marmeladen, Kuchen, Obst und kreolische Soßen, meist in netten Gläschen und nicht sehr teuer.

Die besonders erwähnenswerten Sachen sind bei den Inseln angegeben.

Zollfreie Einfuhr von Gütern zum eigenen Bedarf von außerhalb der EU in die EU:

200 Zigaretten oder 100 Zigarillos oder 50 Zigarren oder 250g Rauchtabak, 1l Alkohol über 22% oder 2l Alkohol unter 22 %, 50g Parfüm oder 0,25l Eau de Toilette, 500g Kaffee oder 200g Extrakt, Geschenke im Wert bis zu 150.- DM (Stand: 8/95). Das ist recht wenig.

Einfuhr von Gütern aus einem EU-Land in ein anderes, also auch von den französischen Inseln nach Hause:

90l Wein, 110l Bier, 10l Schnaps, 4 Stangen Zigaretten, 200 Zigarren, 1kg Tabak, 400 Zigarillos. Nimmt man mehr mit, muß man irgendwelche Begleitpapiere haben, die die Bezahlung der verschiedenen direkten Steuern sicherstellen, aber die Mengen sollten eigentlich reichen. Verbindliche Auskünfte gibt's beim nächsten Hauptzollamt, die haben auch eine Broschüre mit diesen Mengen auf aktuellem Stand.

Es gibt einen Einfuhrzoll (Octroi de mer), der mehrfach vom EuGH beanstandet worden ist, da es keine Zölle innerhalb der EU geben darf. Nach jeder Beanstandung wurde von den Franzosen irgendwie dran rumgedocktert. Ob sie ihn mittlerweile endgültig aufgehoben haben ist unklar.

Übergepäck

Beim Kaufrausch sollte man die zulässigen Höchstmengen für Gepäck nicht ganz aus den Augen verlieren. Amerikanische Fluglinien sind da die freigiebigsten. Am schlechtesten ist es bei Air France. Die erlauben nur 23 kg Gesamtgepäck (je nach Flugart, manchmal haben sie Einkaufsflüge mit 40-50 kg). Übergepäck ist immer sehr teuer, bei Air France ca. 45.- DM/kg. Es läßt sich nichts Generelles über die Gepäckkontrollen sagen. Mal kommt man mit enormen Mengen durch, mal gibt's Trara wegen fünf Kilo. Das ist auch abhängig davon, wie voll das Flugzeug schon ist, wieviel noch erwartet wird und wie gelassen der Mensch am Schalter ist.

Wenn man zuviel eingepackt hat, gibt es mehrere Lösungen, doch noch ohne Aufschlag davon zu kommen:

Generell gilt, vor allem für die Rückreise: Die festangestellten Leute fühlen sich fast wie Beamte, denen sie auch im Status und der "kleinen Macht" nahekommen. Wenn man sich vor Augen hält, daß es recht afrikanisch zugeht, kann man ermessen, was das bedeutet. Eine devote, fast bittstellerische Haltung wird erwartet. Jede hoheitliche Handlung wird als gnadenreicher Akt aufgefaßt, obwohl sie nur Service ist, für den man bezahlt hat. Andererseits sind die Leute nicht böse, und sie wissen, was der Tourismus für das Land bedeutet. Arroganz in jeder Form vermeiden. Freundlichkeit hilft ganz erheblich weiter. Die Leute ratschen gerne, also ratschen anfangen. Dann achten sie nicht mehr so genau auf Waage und Papierkram und wollen es auch gar nicht mehr.

Kommt es zu Ärger, ruhig aber klar die eigene Situation erklären, daß man die Sachen so schön fand und einkaufen wollte, daß das lokale Handwerk ja auf Käufer angewiesen ist, daß das Flugzeug noch nicht voll ist, etc... Die Gepäckpreise sind nur auf dem Papier fest, verhandeln. Es ist nicht ihr Geld, was die Angestellten da verschenken, eigentlich ist es ihnen egal, wenn sie nur keinen Ärger kriegen.

Meist gilt das Stückprinzip, d.h. zwei Gepäckstücke werden kostenlos befördert, und wenn das Übergewicht nicht allzu fatal ist, passiert nichts. In der Regel werden fünf Kilo Übergepäck noch ohne Mosern akzeptiert. Bitte auch bedenken: Wegen der EU-Grenzregelung haben sich die französischen Inseln zu einem beliebten Drogenweg für Haschisch und Kokain entwickelt. Das wissen auch die Zöllner. Auf Martinique ist die Polizei sehr stolz auf ihren Super-Chien, den Superhund. Man sieht ihn nicht, er ist in einem Raum zwischen Transit- und Wartebereich untergebracht.

Man kann viel Gewicht am Körper oder im Handgepäck transportieren. Beim Handgepäck gibt es Höchstmaße, aber fast immer werden amerikanische Board-Cases (die größten) akzeptiert. Eigentlich muß das Handgepäck mit auf die Waage gelegt werden. Es wird aber nicht "getackt", bekommt also kein Schildchen. Wenn man es beim Einchecken nicht dabei hat, merkt es keiner. Also Gepäck bei der Aufbewahrung abgeben oder einem Begleiter in die Hand drücken, einchecken, abholen, Sicherheitskontrolle, Paß, Zoll, fertig.

Schließlich kann man es als Begleitgepäck (Luftfracht) einen Tag vorher abgeben, die Preise pro Kilo sind dann viel geringer. Air France ca. 26 DM pro Kilo bis 50 kg, ab 100 kg noch 10.- DM/kg. Caribes Air Cargo, Pointe-à-Pitre/Guadeloupe 82.23.76 Martinique, LAmentin: Air France Fret 55.34.34, AOM Fret 51.88.44, Antilles Air Service Fret 51.22.11, 51.10.00 oder 51.26.21, Caraibe Air Cargo 51.11.38)

Freihäfen

In allen Kreuzfahrhäfen gibt es die Duty-free-Shops, also Pointe-à-Pitre und Fort-de-France. Der Zugang ist reglementiert. Touristen kommen jedoch, auch wenn sie gar keine Kreuzfahrer sind, ziemlich einfach rein. Dafür sind die Läden auch kaum billiger. Allenfalls bei Zigaretten lohnt es sich. Beide (alten) Flughäfen haben keine echten Duty-free-Zonen. Da beide, Lamentin wie Raizet, bald in neuen Gebäuden eröffnen, kann sich das ändern. Auf den französischen Antillen gibt es nur ein echtes Zollfreigebiet: St. Martin. Dafür besteht es auch nur aus Läden und Hotels und Kneipen. Auch hier sind die Preise nicht das, was man gerne von ihnen hätte.

Noch ein Wort zu den sog. Duty-fee-Shops innerhalb der EU: Es gibt sie immer noch, aber sie haben ihre Berechtigung für Pan-Europareisende verloren: Da dort die direkten Steuern, wie Tabak- und Brandtweinsteuer, nicht bezahlt werden müssen, darf man aus so einem Laden nur die, für die Einfuhr von außerhalb Europas zulässigen Höchstmengen, mitnehmen. Selten sind sie aber wirklich billiger als der Supermarkt um die Ecke. Das betrifft vor allem Rum und Zigaretten. Der Laden kostet viel Miete und irgendwoher muß das Geld ja kommen. Daher steht man recht dumm da, wenn man erst im Flughafen Mitbringsel einkauft: Man darf nicht mehr kaufen, als die Höchstmenge, und die nur gegen Vorlage des Tickets. Selbst wenn man noch aus dem Flughafen kommt, meist ist kein anderer Laden in der Nähe.

Zollprobleme

Die Route über die französischen Inseln ist, wie schon erwähnt, eine sehr beliebte Drogen-Schmuggelroute. Man kann bequem das Zeug mit dem Schiff hinbringen und dann mit dem Personalausweis nach Europa fliegen. Daher werden die aufgegebenen Gepäckstücke standardmäßig von Hunden untersucht. Das Handgepäck wird von Zöllnern untersucht und durchleuchtet, dabei sind sie recht genau, auch wenn man es nicht sieht und glaubt. Es ist der Traum jedes "Bootlers" mal in zwei Tagen 30.000 US$ cash zu verdienen. Und die Kanäle zwischen den Inseln sind gerade mal 40 km breit, die Hafenkontrolle sieht lächerlich aus. Da es der Alptraum des Zöllners ist und die EU sehr stark auf das Stopfen dieses Kontroll-Lochs aus ist, hat man eine gute Chance, länger auf der Insel zu verweilen. In Ducos/Martinique ist bald ein nagelneuer Knast fertig.

Eine ordentliche Menge Kokain (so ab 1 kg) bringt 5-8 Jahre. Unterkunft: Sehr sicher, Vollpension, 12-14 Personen Schlafraum, ohne Air-Condition. Die häufigste - und selten geglaubte - Verteidigung ist, daß einem das Zeug ins Gepäck geschmuggelt und/oder man dabei bedroht wurde. Ist einem das wirklich passiert und man weiß es, sollte man den Flugkapitän sofort nach Betreten des Flugzeugs ansprechen. Ernsthafte Kontrollen finden erst am Ankunfts- oder Transitort statt, vorher hat man noch die Chance, daß einem jemand die Geschichte glaubt. Nachher sicher nicht mehr.


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Stand: 28.11.1997  Mail: Peter Zimmermann - Impressum - 1997-2005 http://www.PeterZimmermann.net